Viele fanden trotz Handicaps einen Job

Praktika im Ausland erhöhen Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Schwalm-Eder. Das Programm IdA (Integration durch Austausch) wird um ein halbes Jahr verlängert: Noch bis Ende 2014 werden Auslandspraktika für Arbeitslose mit Handicap aus dem ganzen Schwalm-Eder-Kreis angeboten. Das Ziel: Die Teilnehmer sollen durch das Praktikum ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

Eigentlich sollte das Projekt, das im Juli 2011 begonnen hat, bereits im Sommer kommenden Jahres auslaufen. Verlängert wird es wegen der großen Nachfrage: 85 Teilnehmer im Alter zwischen 15 und 63 Jahren haben ein Auslandspraktikum absolviert, vorgesehen waren 60 Teilnehmer bis Juni 2014.

Für die meisten Arbeitslosen hat sich das Praktikum gelohnt: "Zwei Drittel der Teilnehmer haben anschließend eine Arbeitsstelle oder Lehrstelle gefunden oder qualifizieren sich weiter, etwa an einer weiterführenden Schule", sagt Michael Wilhelm, Projektverantwortlicher an der Jugendwerkstatt in Felsberg.

In der komplett neuen Umgebung lernen die Jugendlichen und Erwachsenen, sich zurechtzufinden und zu behaupten und alte Verhaltensmuster aufzubrechen, erklärt Wilhelm. Ein sehr introvertierter Teilnehmer habe nach dem Praktikum zum Beispiel gesagt: "Ich habe gelernt, auf andere zuzugehen." Dazu brauchen die Teilnehmer intensive Begleitung: Zwei Betreuer kümmern sich um sechs bis acht Praktikanten.

"Wir erreichen nicht jeden", räumt Wilhelm ein. "Es gab Teilnehmer, die wir nach Hause schicken mussten." Das sei vier Mal passiert bei 85 Teilnehmern insgesamt eine akzeptable Quote, findet Wilhelm. Neun Prozent der bisherigen Auslandspraktikanten wurden in die Kategorie "nicht mehr erreichbar" eingestuft: weil sie zum Beispiel nach dem Praktikum in einen anderen Landkreis umgezogen sind oder für arbeitsunfähig erklärt wurden.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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