Teilweise bis 50 Prozent mehr

Preise für Ackerland steigen deutlich an

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HNA-Leser Markus Shakals aus Homberg hat diesen Mähdrescher auf einem Feld bei Homberg im Abendlicht fotografiert.

Schwalm-Eder. Die Preise für landwirtschaftliche Flächen im Landkreis sind in den vergangenen zehn Jahren um zehn Prozent gestiegen. Sogar 50 Prozent mehr zahlen Landwirte dort, wo intensive Landwirtschaft betrieben wird.

Die Durchschnittspreise für gute Ackerböden betragen bis zu 1,80 Euro pro Quadratmeter, sagte Günter Kirchhoff auf Anfrage der HNA. Er ist Fachbereichsleiter Immobilienwarenwirtschaft beim Amt für Bodenmanagement und wertete den Grundstückmarktbericht aus.

Im Kreisdurchschnitt betrage der Preis für den Quadratmeter 1,20 Euro. Besonders bevorzugte Gebiete seien Besse, Gensungen, Gombeth, Wasenberg und Wabern, die Schwalm- und Ederauen. Weniger gut werden die Flächen im Knüll oder Kellerwald gehandelt.

Dr. Bernd Wenck, Geschäftsführer des Bauernverbandes Schwalm-Eder, kann sich den teils enormen Preisanstieg nur über die Flucht in Sachwerte erklären. „Auch Nichtlandwirte kaufen vermehrt solche Flächen, weil sie meinen, so ihr Geld sicher anlegen zu können“, sagte er. Genaue Zahlenangaben konnte er jedoch nicht machen.

Die Preisssteigerung sei gewiss nicht auf die Ertragslage der landwirtschaftlichen Flächen zurück zu führen, ergänzte er. Die Bodenpreise lägen ganz sicher oberhalb der Ertragsfähigkeit. In der Ukraine etwa seien sie um ein Drittel geringer.

Die Preise für landwirtschaftliche Produkte sind laut Wenck aufgrund der Entwicklung auf dem Weltmarkt dagegen um 20 Prozent gesunken. Allerdings gebe es seit 1950 auch 20 Prozent weniger landwirtschaftliche Flächen, etwa durch mehr Wohn- und Gewerbegebiete. „Wir können es uns nicht leisten, noch mehr Flächen zu verlieren“, sagte er. Auch wenn die Zahl der Landwirte in den vergangenen Jahren gesunken sei, würden die Flächen weiter bewirtschaftet.

Quelle: HNA

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