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Premiere für Schlepper in Viesebeck: Vom Ruhrpott an die Lieth

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Lange unterwegs: Ulf Ziesing aus Bochum reiste mit seinem Unimog von Bochum an und war sechs Stunden unterwegs.  

Viesebeck. Was echte Liebhaber von land- und forstwirtschaftlichen Oldtimer-Fahrzeugen auf sich nehmen, um Gleichgesinnte zu treffen und mit ihnen in Diesel-Atmosphäre zu fachsimpeln, zeigte sich beim Schleppertreffen der Viesebecker Schützengesellschaft.

Um zum ersten Treffen auf dem Festplatz Lieth zu gelangen, saß Ulf Ziesing  sogar sechs Stunden am Steuer seines Unimogs U411. Von Bochum aus ging es über Kreis-, Landes- und Bundesstraßen nach Viesebeck.

Den 1960 vom Band gelaufenen, 32 PS und 1767 Kubikzentimeter starken Unimog, der eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 53 Stundenkilometer bringt, hat Ulf Ziesing von seinem Großvater geerbt und wieder zu einem Schmuckstück werden lassen.

Mit einer solchen Resonanz ihrer Schleppertreffenpremiere hatten die Viesebecker Schützenbrüder nicht in ihren kühnsten Träumen gerechnet. Denn fast 100 nostalgische Schlepper, Trecker und Traktoren präsentierten sich auf dem Lieth-Festplatz – darunter wahre Schätzchen und Raritäten. Wie der Schweizer Hürlimann-Trecker D70SSP, den Manfred Kropf aus Wolfhagen sein Eigen nennt. Von dieser 1956 gebauten landwirtschaftlichen Zugmaschine mit 45 PS wurden weltweit nur 2036 Stück gebaut. Kropf, der den Oldtimer vor rund drei Monaten erwarb, hüllt sich hinsichtlich des Kaufpreises in Schweigen: „In ganz Deutschland gibt es davon in einwandfreien Zustand vielleicht noch zehn Exemplare.“

Ein richtiger Hingucker war auch der am 7. April 1949 erstmals zugelassene Lanz-Trecker von Karl Disse aus Bründersen. Erstbesitzer war Dr. Otto von der Malsburg vom Hofgut Elmarshausen. Danach leistete der 45 PS starke Lanz viele Jahre treue Dienste im Raiffeisenwarenlager in Viesebeck. 1974 erwarb ihn Karl Disse für 1000 Mark und brachte den Trecker wieder zum Laufen.

Hunderte Besucher nahmen aber nicht nur die beachtliche Schlepperparade in Augenschein, sondern wurden auch Zeugen, was die nostalgischen Fahrzeuge heute noch leisten. Bei einem Geschicklichkeitsturnier wurden Ackerfurchen gezogen, die Balance auf einer Wippe gehalten und mittels eines Stahlseils eine Flasche Bier in ein Glas gefüllt. Und natürlich gab es am Abend jede Menge „Diesel-Fachgespräche“ am Lagerfeuer. 

Quelle: HNA

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