Sketche aus sechs Programmen

Schwarzenberg-Theater feierte 25-jähriges Bestehen

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Zeigten das Beste aus 25 Jahren: Max Alter, Marie Theres Modes und Berni Modes.

Schwarzenberg. Seit 25 Jahren unterhält das Schwarzenberg-Theater seine Zuschauer mit Kabarett aus der Region. Zum Jubiläum stellte die Truppe ein Potpourri von Sketchen aus sechs Programmen zusammen.

Ein grandioser Grantler, unverblümt ehrlich, bisweilen bissig, eine Prise Ironie und eine gehörige Portion Satire - mit diesen Eigenschaften hat Bernd Köhler seine Kunstfigur Justus Riemenschneider ausgestattet, die mit einem Ensemble unter dem Namen Spottlichter seit 25 Jahren Zuschauer begeistert und den Saal des Schwarzenberg-Theaters auch jetzt wieder komplett füllte.

Zum 25-jährigen Bestehen setzte die Truppe ein Potpourri von Sketchen aus sechs Programmen zusammen, das am Montag unter dem Titel „Spottlichter Reloaded“ gezeigt wurde. Der Goldschmied und Uhrmachermeister Köhler hat um sich eine brillante Truppe geschart, die bis auf einen Kopf seit 25 Jahren unverändert ist: Berni Modes (Schauspieler), Max Alter, Stefan Metz (beides Lehrer), Udo Krüger (Musiker) und Marie Theres „Resi“ Modes (Sozialpädagogin).

Zum Geburtstag muss man nicht bescheiden sein. Frühjahr 1989: Im Osten leuchtet am Horizont die Freiheit auf, im Westen - am Himmel über Schwarzenberg - leuchten die Spottlichter. Damals stand das Programm „Eine gehässische Silberhochzeit“ auf dem Programm. Justus Riemenschneider ist irritiert vom Geknatter und Geruch des Zwei-Takters. „Ein Trabbi, das fehlt mir gerade noch, unsere Verwandten aus Bad Liebenstein“, ist er entsetzt. „Wenn der Nordhesse an der Tür verdächtige Geräusche hört, dann ist für ihn klar: Da draußen lauert entweder der Mann von der GEZ, der mit dem Kuckuck, Einbrecher oder - schlimmer noch - Verwandte“, sinniert Justus.

Überspitzte Kommentare

Justus Riemenschneider berührt seine Zuschauer. Vielleicht, weil sich in seinen überspitzten Kommentaren ein jeder wiederfindet? Bernd Köhler verkörpert die Kunstfigur Justus Riemenschneider übrigens nicht nur. Im Justus, einem nordhessischen Spitznamen für Gustav, steckt einer von Bernd Gustav Köhlers Namen. Und Riemenschneider hat er gewählt, weil er einen typischen Namen suchte, den man mit Nordhessen verbindet, erzählte der 70-Jährige.

Im „Wirt-schaffts-Chaos“ aus dem Jahr 1991 kriegen die Banker ihr Fett weg. „Solange die Börse boomt un Flut herrscht, schwimmen se immer elegant oben. Erst wenn Ebbe is, merkste, dass se nitma ne Badehose anhaben!“ Du sollst nicht stehlen, mahnt Hochwürden (Berni Modes). Das haben wir gar nicht nötig, meint der Banker (Max Alter). Dafür gibt’s: Buchungsspesen, Auszahlungsgebühren, Kreditprovisionen, Stundungsgebühren, Wertstellungen, Courtagen. So richtig freundlich wurde Riemenschneider erst beim Abschied. „Dann durchflutet ihn Erleichterung und Dankbarkeit. Statt einem Salve, Servus, Shalom oder Ciao entlässt er den Fremden mit dem Abschiedsgruß: „So, das hätten mä ma widder hinner uns.“

Von Alexandra Lache-Elsen

Premiere des Schwarzenbergtheaters

Premiere des Schwarzenbergtheaters

Quelle: HNA

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