Rasantes Spektakel

Premiere des Stückes Pippi Langstrumpf bei den Klosterspielen Merxhausen

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Premiere Pippi Langstrumpf bei den Klosterspielen Merxhausen: Hauptdarstellerin Annika Damm überzeugte mit viel Spielfreude das Publikum ebenso wie ihre zahlreichen Mitstreiter. Fotos: Hoffmann

Merxhausen. Was sie tut, macht sie mit Freude. Leidenschaft trifft es vielleicht noch eher. Von der nämlich ist jede Menge zu spüren, wenn Annika Damm in die Rolle der Pippi Langstrumpf schlüpft.

Als Astrid Lindgrens herrlich freche Kultfigur verwandelt sie die Premiere der Klosterspiele Merxhausen in ein rasantes Spektakel.

Dass die 17-Jährige mit den keck geflochtenen Zöpfen die Zügel fest in Händen hält, wird am Samstagnachmittag schon in den allerersten Sekunden deutlich, wenn sie ihr widerspenstiges Pony „Kleiner Onkel“ mit Möhrenstücken auf die Bühne lockt und die farbenfrohe Kulisse (erstklassig: Holger Deutsch, Jörg Dzierzenga, Werner Loos, Sascha Merkel, Klaus Pilzecker, Ute Westphal) zu der ihren erklärt. Da hat sie dann ein Haus, ein kunterbuntes Haus, ein Äffchen und ein Pferd und macht sich „widewidewitt“ die Welt so, wie sie nicht nur ihr gefällt.

Die anfänglichen Regentropfen spielt sie ganz lässig beiseite und ihre Mitstreiter gleichzeitig an die Wand. Nicht, dass die schlecht wären - ganz im Gegenteil - aber Damms pointiertes Spiel und ihr Einswerden mit der Rolle machen es den übrigen Darstellern nicht gerade leicht. Nur gut, dass Pippis neu gefundenen Freunde Annika (Maria Liebal) und Tommy (Benno Kimm) auch im Original neben der bunt bestrumpften Göre ein wenig blass aussehen - so ist es nun mal, wenn eine Geschichte von ihrer gewollt starken Protagonistin lebt.

Und die reißt dann doch alle mit, wenn Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf nur in die Schule geht, um in den Genuss von Sommerferien zu kommen und ihre singende Lehrerin (Rosemarie Neumeyer) fast in den Wahnsinn treibt, weil sie mit „Plutimikation“ und all den anderen Dingen mal so gar nichts am Hut hat. Mit den Dieben Donner-Karlson und Blom (hinreißend komisch: André Gröning und Dennis Weinreich), die es auf ihren Koffer voller Goldstücke abgesehen haben, wird sie ebenso spielend fertig wie mit Frau Prysselius’ (klasse besetzt: Ute Westphal) Versuchen, ihrem Lodderleben ein Ende zu bereiten.

Ebenfalls überzeugend: Pippis neue Freunde Annika (Maria Liebal) und Tommy (Benno Kimm).

Charmant spielt sich Annika Damm als Pippi von Unsinn zu Unsinn und zugleich über manch Länge im Stück hinweg, immer getragen von Hermann Neumeyers Akkordeoklängen, die mit den bekannten Pippi-Melodien in die kunterbunte Langstrumpf-Welt entführen. Auch wenn sie schauspielerisch heraussticht, gilt der Schlussapplaus der begeisterten Premierengäste doch einem starken Team, das zum 30. Bestehen des Klosterspiele-Vereins nach dieser gelungenen Premiere (Regie: André Gröning, Rosemarie Neumeyer, Günther Treptow) ganz sicher einer umjubelten Spielzeit entgegenblicken kann.

Weitere Spieltermine: bis zum 20. Juli immer samstags und sonntags, Beginn jeweils um 16 Uhr, außer an den Samstagen 5. und 19. Juli (Beginn: 20 Uhr). Weitere Aufführungen vom 23. August bis 7. September jeweils samstags (20 Uhr) und sonntags (16 Uhr). Karten kosten im Vorverkauf neun Euro (Jugendliche bis 16 Jahre: sechs Euro) und sind erhältlich bei der Tourist-Info in Bad Emstal, der Buchhandlung Mander in Wolfhagen sowie unter www.klosterspiele-merxhausen.de

Von Sascha Hoffmann

Fotos von der Premiere

Premiere des Stückes Pippi Langstrumpf bei den Klosterspielen Merxhausen

Quelle: HNA

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