Verein auf dem Prüfstand

Pro Neukirchen soll in Arbeitsgruppe bis März Konzept erarbeiten 

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Domizil im Märchenhaus: Sein Büro hat Pro Neukirchen – hier die Mitarbeiterinnen Claudia Sefrin (rechts) und Martina Kohlhase – vor einigen Jahren am Marktplatz eingerichtet. Kohlhase verlässt den Verein, sie macht sich ab 1. Januar als Tagesmutter selbständig. 

Neukirchen. In der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag in Neukirchen ging es abermals um die Zukunft des Tourismus- und Marketingvereins Pro Neukirchen.

Das Stadtparlament hatte sich im vergangenen Dezember dafür ausgesprochen, dass der Vertrag zwischen der Stadt und dem Verein um ein Jahr verlängert wird. Nun stand die Vereinbarung erneut auf dem Prüfstand. Am Ende der Diskussion des von den Fraktionen gemeinsam gestellten Antrages stand fest, dass der Verein drei weitere Monate arbeitet – bis Ende März soll ein Konzept erarbeitet werden. Dazu wird sich auf Wunsch der Stadtverordneten eine Arbeitsgruppe bilden, bestehend aus Vertretern von Pro Neukirchen und der Fraktionen. Eine Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Verein besteht seit mehr als zehn Jahren.

Der Magistrat hatte seinerzeit eine „Rückabwicklung“ vorgeschlagen, die Stadt sollte die Aufgaben wieder in Eigenregie mit einem neuen Stadtmanager übernehmen. Dem hatte das Parlament aber kritisch gegenüber gestanden.

Dietmar Schaub (SPD) kritisierte, dass man durch die Verlängerung bereits weiteres Geld „hineingebuttert“ habe, er aber nach wie vor ein Konzept zu Themen wie Tourismus und Kneipp vermisse: „Keiner kümmert sich, jetzt stehen wir wieder da – eine weitere Fristverlängerung ab März wird es mit der SPD nicht geben.“ Die zu gründende Arbeitsgruppe müsse unbedingt im Rathaus angesiedelt sein: „Damit wir den Daumen drauf haben.“ Es sollte allen Stadtverordneten darum gehen, die Stadt weiter zu entwickeln und „das Schiff wieder flott zu machen“.

Carsten Klee(FDP) sah es hingegen als Aufgabe der Stadtverordneten und der Stadt an, ein Konzept zu erarbeiten: „Wir haben bisher versagt, weil wir nicht gesagt haben, was wir wollen.“ Man dürfe nicht vergessen, dass ein Großteil der Arbeit von Pro Neukirchen ehrenamtlich erledigt werde: „kaputtmachen kann man das nur einmal.“ Eine einzelne Person könne nicht das leisten, was der Verein in Gemeinschaft leiste – und schon gar nicht zu dem aktuellen Preis, mahnte Klee.

Ihm folgte Holger Arndt(Bündnis 90/Grüne): „Es ist ein hehres Ziel, zusammenzuarbeiten. Ich halte es für wichtig, auch die anderen Vereine mit ins Boot zu holen. Wir allein können das nicht leisten.“

Die Stadtverordneten folgten dem Haupt- und Finanzausschuss und sprachen sich einstimmig für eine Fristverlängerung aus.

Pro Neukirchen-Mitarbeiterin Martina Kohlhase wird ab Januar nicht mehr für den Verein tätig sein. Das bestätigt der Vorsitzende Daniel Karwacki. Die Neukirchenerin mache sich als Tagesmutter selbständig. Man sei aber zuversichtlich, dass sich nicht nur ein tragfähiges Konzept erarbeiten lasse, sondern sich bis März auch eine neue Geschäftsführerin finde.

Quelle: HNA

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