Spielmanns- und Musikzug Homberg: Proben in der Bruchbude

Homberg. In den Wänden zeigen sich Risse, die Fenster sind notdürftig mit Styropor gedämmt, die Decke der Toilette ist feucht. "Ich bin seit 30 Jahren in unserem Spielmanns- und Musikzug tätig, aber das macht keinen Spaß mehr", beklagt sich Claudi Eif über den desolaten Zustand des ehemaligen Schützenhauses.

Jeden Mittwoch treffen sich dort die 28 Musiker zum Üben.

"Wir sind schon seit Jahren immer wieder bei der Stadt und dem Bürgermeister vorstellig geworden, aber leider ist wenig passiert", sagt die Schriftführerin des Spielmannzuges.

Ihre erspielten Einnahmen reichten gerade für die Deckung der Heizkosten und einige notdürftige Reparaturen des Anfang des 20. Jahrhunderts erbauten Hauses. "Deshalb haben wir kein Geld für neue Instrumente und Uniformen", sagt die 39-Jährige.

"Es muss eine ganze Menge gemacht werden: Das Gefache an der Frontseite des Hauses, die Wände, die teilweise einsturzgefährdet sind, das Dach, die Isolierung und die Toiletten", sagt auch der Vorsitzende Markus Gattermann über das denkmalgeschützte Haus, das der Stadt gehört. Auf 100.000 Euro schätzt er die Kosten, wenn ein Fachmann und eine Firma die Sanierung des Vereinsheimes übernehmen würden; 50.000 Euro, wenn die Mitglieder des Vereins tatkräftig mithelfen. "Eventuell erklären sich ja auch einige Homberger Firmen bereit, uns mit Baumaterialien zu helfen. Schließlich repräsentieren wir die Stadt", sagt Gattermann.

Um auf ihre schwierige Lage aufmerksam zu machen, haben sie für Mittwoch, 25. Januar, ab 19 Uhr den Bürgermeister, alle Fraktionen, den Magistrat und alle Einwohner zu einer Begehung des Hauses eingeladen. "Wir hoffen, dass wir ein paar verbindliche Zusagen für Hilfe bekommen", sagte Gattermann.

Im vergangenen Jahr habe man 5000 Euro erhalten, aber das reiche noch nicht aus, erklärt er. "Das ist alles nur Flickwerk", sagt Claudi Eif. Alleine im Dach seien 15 Löcher.

Gerne würden sie das Haus in den nächsten Jahren für die kommenden 15 bis 20 Jahre fit machen. Zu lange schon seien sie immer wieder vertröstet worden. Jetzt hoffen alle, dass etwas passiert. "Wir hängen doch an dem Haus", sagt Claudia Eif.

Von Max Holscher

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Foto: Holscher

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