Kröll: Getan, was ging

Probleme durch Schnee beim Scherzmarkt - „Absage wäre die Alternative gewesen“

Treysa. Wer am Dienstag auf dem Scherzmarkt in den Gassen der Treysaer Altstadt unterwegs war, der musste schon genau hinschauen, wo er hintrat. Viel matschiger Schnee lag noch auf den Straßen - und viele Händler fluchten darüber, viele Besucher ärgerten sich, einige stürzten gar.

Die Frage: Hätten die Wege für den Scherzmarkt nicht besser geräumt werden können? „Ich nehme die Kritik an“, sagt auf HNA-Nachfrage Wilhelm Kröll, der selbst auf dem Markt unterwegs war. Aber, meint der Bürgermeister auch, „wir haben vor dem Scherzmarkt geräumt, was zu räumen ging“.

Nicht nur am Vorabend, sondern schon die ganze Woche vorher wären die Mitarbeiter des Bauhofes im Einsatz gewesen, um die Altstadt-Gassen vom Schnee zu befreien. Mit zwei Baggern, einem Lastwagen und 14 zusätzlichen Hilfskräften hätten die acht Bauhof-Mitarbeiter den Schnee aus der Treysaer Altstadt abgefahren, „um die Massen wegzukriegen“. Doch gegen zwei Probleme hätten auch die Schneeräumer nicht ankämpfen können: Denn zum einen bekomme Schwalmstadt, wie viele andere Städte auch, derzeit kein Streusalz mehr.

Und zum anderen könne auf dem Natursteinpflaster der Treysaer Gassen nicht mit dem auf den Straßen üblichen Räumfahrzeugen gefahren werden - mit der Folge, dass das Eis unter dem Schnee nicht komplett zu entfernen sei. Und: Nicht nur in der Altstadt, auch auf dem benachbarten Haaße-Hügel hätten die Schneemassen geräumt werden müssen, um dort Platz für die parkenden Autos zu schaffen, gibt Kröll zu bedenken.

Außerdem hätten viele Händler den zuvor zur Seite gebrachten Schnee wieder auf die Straße zurückgeschoben.

Zum Schneeproblem während des Krammarktes hätte es nur eine Alternative gegeben, sagt der Bürgermeister: „Wir hätten den Scherzmarkt absagen müssen.“ Aber den traditionsreichen Markt ausfallen lassen, dagegen hätten Händler und Gäste sicher lautstark protestiert, meint Kröll.

Zugleich bittet der Bürgermeister angesichts des extremen Winters generell um Verständnis der Schwalmstädter. Denn mehr als der Einsatz, den die Leute vom Bauhof mit Hunderten Überstunden derzeit erbringen, sei nicht möglich.

Jeden Tag seien für regulär acht Mitarbeiter 500 Kilometer städtische Straßen zu räumen - und zwangsläufig könne nicht jede Sackgasse, jede kleine Nebenstraße bearbeitet werden.

Doch darauf reagierten viele mit Unverständnis, kritisiert Kröll: „Manchmal werden unsere Mitarbeiter schom um drei Uhr morgens übel beschimpft, weil Schnee in der Hofeinfahrt liegt“, sagt der Bürgermeister.

Von Jürgen Köcher

Quelle: HNA

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