Kampagne „Männer in Kitas“ hat an Situation wenig geändert

Professionalität kennt kein Geschlecht: Kitas suchen männliche Erzieher

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Im Toberaum: Sven Wittig hilft Joschi Heße in der Körler Kita Pfiffikus beim Balancieren.

Schwalm-Eder. Männer als Erzieher sind in Kindergärten im Schwalm-Eder-Kreis immer noch Mangelware. Nach Angaben der bundesweiten Koordinationsstelle „Männer in Kitas“ waren 2013 im Landkreis 2,3 Prozent der Stellen von Männern besetzt.

Damit ist der Prozentsatz zwar im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – 2012 waren es noch 1,4 Prozent. Aber noch immer liegt der Männeranteil im Landkreis unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 4,1 Prozent. Praktikanten sowie junge Männer des Bundesfreiwilligendienstes (Bufdis) wurden dabei mitgezählt, die Zahl der männlichen Fachkräfte ist also noch niedriger. „Männer sind und bleiben Exoten in den Kitas“, sagt Elke Peuster vom Kreisjugendamt. Daran werde sich wohl auch nichts ändern, solange sich die Bezahlung und gesellschaftliche Wertschätzung für Erzieher in Kitas nicht verbessere, sagt Peuster. „Kampagnen helfen da wenig.“

Gerade erst wurde eine solche Kampagne beendet: Ende 2013 ist das bundesweite Projekt „Mehr Männer in Kitas“ ausgelaufen. Doch der Landkreis habe davon nicht profitiert: Dort wurden keine Projekte gefördert.

An der Hephata-Akademie für Soziale Berufe in Schwalmstadt ist die Zahl der männlichen Auszubildenden für den Erzieherberuf in den vergangenen Jahren zwar leicht angestiegen, berichtet Akademie-Leiter Dr. Martin Sander-Gaiser. Allerdings sind sie im Vergleich zu den Frauen immer noch in der Minderheit: Von den 113 Auszubildenden sind 23 Männer.

Und von diesen Männern geht nur etwa die Hälfte als Erzieher in eine Kita, schätzt Sander-Gaiser. Die anderen arbeiten später zum Beispiel in der Jugendhilfe, wo der Verdienst höher ist. Nach Angaben von Verdi Nordhessen verdient ein Erzieher in städtischen Kitas 2500 bis 3000 Euro brutto im Monat, bei kirchlichen und freien Trägern zum Teil weniger. Mehr lesen Sie in den gedruckten Ausgaben im Schwalm-Eder-Kreis.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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