Prognose der Kassenärztlichen Vereinigung

Prognose: Ab 2015 fehlen im Kreis 23 Hausärzte

Schwalm-Eder. Nach Prognosen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) droht im Schwalm-Eder-Kreis ein Hausärztemangel. Das ruft in einigen der 27 Städte und Gemeinden längst die Politik auf den Plan.

Zuständig für die Sicherstellung der Versorgung mit Hausärzten ist allerdings allein die KV. Nach Berechnungen der KV könnten im Kreis bereits in drei Jahren 23 Mediziner fehlen, sofern 19,5 Prozent der zurzeit 118 Hausärzte mit 65 Jahren ohne Nachfolger in den Ruhestand gehen.

Die hausärztliche Versorgung ist aber ein Grundbedürfnis, erklärte Vizelandrat Winfried Becker. Insofern sei auch Kommunalpolitik mit dem drohenden Ärztemangel konfrontiert und habe angefangen zu handeln.

Laut Becker wurden auf Kreisebene sowohl eine Kooperationsvereinbarung mit der KV geschlossen als auch eine Konferenz in Sachen Gesundheit etabliert. In der Konferenz kämen derzeit Vertreter der Ärzte, der drei Kliniken und der Kreistagsfraktionen zusammen, um auf freiwilliger Basis weiterzukommen.

Vernetzung von Klinik und Hausarzt

Einen Ansatzpunkt sieht Becker bei der Organisation der Bereitschaftsdienste und der Vernetzung von Klinik und Hausarzt. In Melsungen könne etwa im geplanten Klinikneubau eine Arztnotrufzentrale entstehen. Dort könnten die Hausärzte ihren Notdienst für den Kreisteil Melsungen organisieren. Die Hoffnung dabei: Die Mediziner werden bei den Bereitschaftsdiensten entlastet und jungen Hausärzten wird so eine Praxisgründung schmackhafter gemacht. Das Modell könne auch am Fritzlarer Krankenhaus etabliert und an der Klinik in Ziegenhain ausgebaut werden.

„Wir werden nicht alle Probleme lösen können“, sagt Becker. Hilfreich seien aber Bürgerbusse für weniger mobile Menschen, Zweigpraxen von Hausärzten, der Bau von Ärztehäusern und langfristige gute Perspektiven in Sachen Honorar und Arbeitszeit für die Allgemeinmediziner.

Von Lorenz Grugel

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare