Viele Häuser, eine Heizung

Projekt Energiedorf: 240 Hauseigentümer sprechen sich für Nahwärmekonzept aus

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Günstiger heizen: Darüber macht sich in Wasenberg eine Initiative Gedanken. Eine Fragebogenaktion belegt ein großes Interesse an dem Projekt.

Wasenberg. Weiter auf dem Weg zum Energiedorf ist der Willingshäuser Ortsteil Wasenberg. 240 Hauseigentümer können sich den Anschluss an ein gemeinsames Nahwärmenetz vorstellen. Das hat die Initiative, die sich für das Projekt stark macht, in einer Fragebogenaktion ermittelt.

Bis jetzt verbrauchen diese Haushalte Energie in einer Größenordnung von circa 800.000 Litern Heizöl im Jahr. Gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könnten die Wasenberger mit einer eigenständigen Wärmeversorgung durch eine zentrale Heizanlage: Nicht nur günstiger Heizen, auch schnelleres Internet wäre möglich. Denn die Mehrheit der Befragten war nach Angaben von Heinz Heilemann, Initiator des Projekts, auch für die zusätzliche Verlegung von Glasfaserleerrohren, die es später ermöglichen, den Anschluss an das Breitbandnetz der Regionnordhessen bis in die Wohnungen zu realisieren.

Aufgrund dieser Auswertungen sind inzwischen professionelle Planer am Werk. Sie sind dabei eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Es wurden verschieden Möglichkeiten der Trassenverlegung und der Energieversorgung berechnet. Die ersten Ergebnisse liegen bereits vor.

Auch wurde ein möglicher Standort für die Heizzentrale am nördlichen Dorfrand gefunden. Damit ergibt sich aus Sicht der Initiatoren die Möglichkeit, einen Teil der Abwärme des Blockheizkraftwerkes der der Biogasanlage in Ransbach zu bekommen und wirtschaftlich zu nutzen. Fahrzeuge könnten diesen Bereich gut erreichen, Anwohner würden kaum belästigt, erklärt Heilemann.

Bereits schlau gemacht haben sich einige Wasenberger über die Möglichkeiten der Energienutzung durch die Verwertung von Holzhackschnitzeln. Sie besuchten einen Holzhackschnitzel-Hersteller in Köln und begutachteten die Heizzentrale einer Wohnungsbaugenossenschaft in Düsseldorf in der täglichen Praxis. Auch der Willingshäuser Gemeindevorstand ist laut Heilemann bereits informiert. Als Eigentümerin der meisten Straßen und Wege müsse die Gemeinde ihre Zustimmung für die Verlegung des Wärmenetzes geben, so Heilemann.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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