Schule, Weiterbildung und Arbeit

Projekt vermittelt Flüchtlinge: Omar Laftas Zukunft liegt im Handwerk

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Passt ins Team: Omar Lafta (links) ist jetzt im Unternehmen von Jens Sprenger. Sprenger ist froh, ihn ausbilden zu können.

Gilserberg. Seit August arbeitet Omar Lafta aus dem Irak im Gilserberger Handwerksbetrieb bei Jens Sprenger. Er wurde durch das Projekt BLEIB an den Betrieb vermittelt.

Jens Sprenger ist Stuckateurmeister und Restaurator im Maler- und Lackiererhandwerk in Gilserberg, der kleine Handwerksbetrieb in dritter Generation ist seit fast 70 Jahren im Raum Schwalmstadt aktiv. Seit August arbeitet Omar Lafta aus dem Irak mit.

Jens Sprenger ist offen, ihm fehlt es an Bewerbern für seine Jobs. Schon sein Vater habe Mitarbeiter aus Polen, Russland, Thailand, Kasachstan und dem früheren Jugoslawien beschäftigt. Die Überlegung, einen Flüchtling einzustellen, war nicht weit.

Auch wenn Omar noch nicht so gut Deutsch sprechen konnte, so überzeugte er Sprenger doch von seinen handwerklichen Fähigkeiten im bezahlten Praktikum. "Der Migrationshintergrund spielt bei uns keine Rolle", sagt er, der Mensch müsse einfach gut zum Betrieb passen.

Denn als lokal verwurzeltes Unternehmen spielt die Empfehlung der Kunden eine entscheidende Rolle: Für ihre Zufriedenheit ist ein gut funktionierendes, freundliches und verlässliches Team unerlässlich.

Für die Vermittlung des jungen Irakers zur Firma Sprenger hat die "IQ-Servicestelle Vielfalt im Betrieb" gesorgt, die eng mit "BLEIB in Hessen II" zusammenarbeitet (Hintergrund). Nach Vorauswahl und Bewerbungsgespräch war letztlich ein vierwöchiges Praktikum. Bei "BLEIB in Hessen II" war Omar zuvor beraten worden, bekam Deutschunterricht und konnte sich in verschiedenen handwerklichen Arbeiten ausprobieren. "Die Vorauswahl hat uns die Einstellung sehr erleichtert", sagt Jens Sprenger.

Die professionelle Begleitung und Unterstützung ist dabei sehr wichtig, auch die Ansprechpartner bei der Arbeitsagentur, dem Jobcenter oder der Kreishandwerkerschaft sind sehr hilfsbereit. Sprenger habe letztlich die Zusammenarbeit mit BLEIB und der IQ-Servicestelle optimal gefunden.

Sprenger stellte den Iraker im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung (EQ) als Maler und Lackierer ein. Die Einstiegsqualifizierung ist ein sozialversicherungspflichtiges Praktikum, es dauert zwischen sechs und zwölf Monaten, die Praktikanten erhalten bereits eine Vergütung, die den Betrieben bezuschusst werden kann, wenn der Betreffende neu in den Betrieb kommt.

Omar Lafta selbst sagt dazu in noch gebrochenem Deutsch, dass die Arbeit ihm gefalle, die Kollegen und der Chef seien nett. Nicht leicht falle ihm der Unterricht in der Berufsschule. Deutsch lernen steht aber für ihn ganz oben an. 

Quelle: HNA

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