Ein Prosit aufs lange und gute Leben

+
Anstoßen auf den 105. Geburtstag: Von links vorne Bürgermeister Dieter Runzheimer, Urenkelin Anne Rauschenberg, Elisabeth Hildebrand und hinten von rechts Elena Hildebrand, Sigurd Sadowski, Irmgard Hildebrand und Martha Eckert.

Melsungen. Zum offiziellen Empfang anlässlich ihres 105. Geburtstages kam Elisabeth Hildebrand am Donnerstag wie selbstverständlich persönlich ins Rathaus. Dort erhielt die älteste Melsungerin Urkunden von der Stadt, dem Hessischen Ministerpräsidenten und dem Bischof.

In einem der Dokumente wünscht die Stadt Melsungen der rüstigen Kehrenbacherin weiterhin ein gutes und sorgenfreies Leben. Dazu stieß Bürgermeister Dieter Runzheimer mit der gebürtigen Kirchhoferin an, wobei die lebenserfahrene Frau auf Orangensaft setzte.

Rathaustreppe mit Blumen

Auf die Treppe zum Rathaus hatte die Familie Sonnenblumen gelegt. Ganz passend zum Gemüt der alten Dame, die kleine Geburtstagsreden lebensfroh und mitunter herzhaft lachend aufnahm. So ließ sie sich gerne von Pfarrer Sigurd Sadowski daran erinnern, dass sie ihre Gartenarbeit im Alter von 80 Jahren eingestellt hatte, weil das alles nicht mehr so lief wie gewünscht.

Heute lebt die 105-Jährige mit ihrer Schwiegertochter unter einem Dach. Drei Wohnung werden in ihrem Haus von vier verschiedenen Generationen bewohnt. Auf der Etage zwischen dem Dach- und dem Erdgeschoss lebt Elisabeth Hildebrand. Mittags geht sie eine Treppe tiefer zum gemeinsamen Essen, erzählt Schwiegertochter Irmgard Hildebrand. Überhaupt ist die Familie groß: Die 105-Jährige hat allein 18 Urenkel und zehn Enkel, rechnet ihre Schwiegertochter vor.

„Das kommt von der Natur“, antwortet Elisabeth Hildebrand auf die Frage, wie man 105 Jahre alt wird. Mehr aber möchte sie nicht aus dem Nähkästchen plaudern. Dabei drängt sich gleich noch eine Frage auf: Wie wird man so alt und behält wie Elisabeth Hildebrand noch dazu seine Lebensfreude? Doch das bleibt das Geheimnis der Altersjubilarin.

Nur eins ist klar, schaut man in den Lebenslauf der 105-Jährigen: Die Kehrenbacherin muss sich auskennen mit den Höhen und Tiefen des Lebens. Im Alter von zehn Jahren etwa verlor sie ihre Mutter, mit 13 Jahren arbeitete sie bereits in der kleinen Landwirtschaft ihrer Pflegeeltern mit. Der Vater war im Ersten Weltkrieg eingezogen worden und hatte acht Kinder zurückgelassen.

Mit ihrem eigenen Mann Georg, den sie bei Spaziergängen mit Freundinnen in Kehrenbach kennen gelernt und 1929 geheiratet hatte, bekam sie ihre Kinder Martha, Henner und Anneliese. (lgr)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare