Verkehrsinsel sollte längst gebaut sein

Als Protest gegen Blitzer: Anwohner legten Verkehr auf der B254 lahm

Unshausen/Hebel. Mit einer Protestaktion haben Anwohner in Unshausen und Hebel am Freitag ihrem Unmut Luft gemacht. Mit mehreren Privatautos sorgten sie dafür, dass der Verkehr nicht mehr richtig durch die Orte fließen konnte.

Die Verkehrsbelastung in den Waberner Ortsteilen hat durch die Bauarbeiten auf der A7 stark zugenommen, weil die Umleitungsstrecke durch diese Orte geht. Hinzugekommen ist nun auch noch eine weitere Umleitung für die gesperrte B83 bei Guxhagen.

Doch das Problem an der B254 ist schon viel älter. So fordern die Unshäuser seit Jahren eine Verkehrsinsel am Ortseingang, im Amtsdeutsch heißt das Querungshilfe.

Vor neun Jahren war eine Frau aus Unshausen umgekommen, als sie die Straße überqueren wollte. Seitdem kämpfe man für die Verkehrsinsel, sagt Ortsvorsteher Dieter Corpataux, der die Protestaktion initiiert hatte. Auch wer den Radweg aus Richtung Wabern nutze, müsse in Unshausen die Bundesstraße überqueren oder auf dem Bürgersteig weiterfahren, was aber nur für Kinder erlaubt ist.

Unter anderem wurden gestern auch neue Schilder aufgestellt. Darauf wird auf einen Tempo-30-Blitzer hingewiesen, den es aber tatsächlich noch gar nicht gibt. Zurzeit werde das Fundament für das Blitzgerät in der Ortsmitte gegossen, sagte Corpataux. Doch das Gerät, das nun gebaut werde blitze nur bei mehr als Tempo 50. Der Ortsbeirat forderte nun ein generelles 30er-Tempolimit, auch am Tag.

Protest in Unshausen: Iris Wagner-Wolff, Kai Wolff, Leon, Ben und Nicki Bolz machten mit Plakaten am Straßenrand deutlich, wie sehr sie unter dem Verkehr leiden. Foto: Dellit

In den Nachtstunden gilt in Unshausen und Hebel für Lastwagen Tempo 30. Es gebe Geräte, die Last- von Personenwagen unterscheiden und entsprechend blitzen könnten, sagte Corpataux. Diese seien zu teuer, entgegnete Bürgermeister Günter Jung.

Im vergangenen Jahr hatte Hessen Mobil zugesagt, die Verkehrsinsel nach der Rübenkampagne zu bauen, das geschah bisher nicht.

Schon bei der Protestaktion vor einem Jahr - kurz vor der Bundestagswahl - hatten Politiker den Menschen in Hebel und Unshausen ihre Unterstützung zugesagt. Bernd Siebert (CDU) sprach damals von positiven Signalen in Sachen Verkehrsinsel. Auch jetzt hat Siebert sich wieder eingeschaltet und an den Chef von Hessen Mobil geschrieben. Er ärgere sich maßlos, dass der Baubeginn wieder verschoben worden sei. Günter Rudolph, parlamentarischer Geschäftsführer der hessischen SPD-Fraktion, war gestern mit in Unshausen und unterstützte den Protest der Bundesstraßen-Anlieger. Er werde an Verkehrsminister Tarek Al-Wazir schreiben, kündigte er an.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare