Protest gegen Funk: Mast auf dem Hohen Berg ruft Widerspruch hervor

Reptich. Martin Mersch aus Reptich will mit allen Mitteln kämpfen. Sein Protest richtet sich gegen einen 35 Meter hohen Funkmast, den der Mobilfunkanbieter O2 am Hohen Berg hat errichten lassen.

Mersch fürchtet gesundheitliche Schäden, die von Funkwellen ausgehen könnten.

Vor acht Wochen hätten Arbeiter plötzlich begonnen den Wald oberhalb von Reptich zu roden. Laster hätten die Teile des Mastes angeliefert. Merschs Vorwurf: „Niemand hat uns über den Bau des Turms informiert. Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt.“

Dabei gäbe es Standorte, die weiter vom Dorf entfernt sind. Doch sei die Firma offensichtlich an Alternativen nicht interessiert.

Informationen über Sendeleistung und Frequenzen habe es bislang ebenfalls nicht gegeben. Nun sucht der Repticher Mitstreiter, um gegen den Mast zu protestieren.

Über ein Jahr hätten sich die Verhandlungen mit dem Mobilfunk-Unternehmen O2 hinzugezogen sagt Jesbergs Bürgermeister Günter Schlemmer. Im Frühjahr habe das Unternehmen angefragt, in Jesberg eine weitere Anlage zu installieren. Das Ziel: die Abdeckung der Bundesstraße 3.

Die Gemeinde habe die Pläne abgelehnt. Ende vergangenen Jahres habe das Unternehmen einen Bauantrag eingereicht, den Funkmast auf dem Gelände von Hessenforst zu errichten, direkt am Waldrand. Aus zwei Gründen wäre eine Ablehnung des Mastes durch die Gemeinde ohne Erfolg gewesen, sagt Schlemmer: Jesberg ist nicht Eigentümerin des Grundstücks, und es handelt sich um so genannte privilegierte Bauvorhaben, gegen die es keine Widerspruchsmöglichkeiten gibt.

Nach Gesprächen habe sich das Unternehmen bereit erklärt, den Turm um 100 Meter in den Wald zu verlegen. Schlemmers Fazit: „Die Repticher lehnen zwar den Mast ab, aber eine Bürgerinitiative gibt es nicht.“ Dem pflichtet auch Ortsvorsteher Gerhard Hahnel bei. „Niemand im Ortsbeirat ist grundsätzlich für den Mast.“ Doch der Protest sei gering. (ras) 

Hintergrund: Funkmast bietet auch Vorteile

Für Hessenforst habe es keine Möglichkeiten gegeben, gegen den Turm zu protestieren, sagt Karl-Gerhard Nassauer, Leiter des Forstamtes Jesberg. Auf dessen Grund und Boden ist der Mast gebaut worden. Die Landesregierung fördere die Netzversorgung im ländlichen Raum, eine Ablehnung sei nicht möglich. Der Bauantrag habe alle Voraussetzungen wie Aufforstung und Mindestabstände erfüllt, und die 250 Quadratmeter Fläche, die gerodet werden sollte, sei ohnehin durch Windbruch geschädigt. Gründe für den Bau eines Funkmastes gibt es für Nassauer durchaus. Beispielsweise sei eine Netzabdeckung zur Rettung von in Not Geratenen nötig. Nassauer denkt dabei nicht nur an Wanderer, sondern auch an Waldarbeiter, die nach einem Arbeitsunfall Hilfe brauchen. (ras)

Quelle: HNA

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