Dr. Sontheimer: Ärzte haben entschieden, GNH für Fortbestand

Wolfhagen: Protest gegen das Aus der Geburtshilfe

Wolfhagen. Der Widerstand gegen die Schließung der Geburtshilfe in der Wolfhager Kreisklinik zum 1. Februar 2014 formiert sich. Unmittelbar nachdem die Wolfhager Allgemeine am Dienstag über die Schließungspläne berichtet hatte, wurde auf Facebook bereits eine Petition zum Erhalt der Geburtshilfe online gestellt.

Am Donnerstag hat die Wolfhager SPD-Fraktion eine Resolution zum Erhalt der Kreisklinik Wolfhagen in ihrer jetzigen Form, also mit Geburtshilfe, formuliert, die in der nächsten Stadtverordnetensitzung verabschiedet werden soll.

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Darin wird auch die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) kritisiert. Der GNH-Vorstand verfolge augenscheinlich eine Verkleinerungsstrategie an der Wolfhager Klinik, „deren Ziel es offensichtlich zu sein scheint, sie sukzessive zu eliminieren.“

Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake kritisierte in einem Brief an die GNH die Aufgabe der Geburtshilfe.

Wie berichtet, hatten die drei gynäkologischen Belegärzte der Wolfhager Klinik mitgeteilt, dass „ein leitliniengerechtes medizinisches Angebot in der Geburtshilfe am Standort Wolfhagen dauerhaft nicht aufrechterhalten werden kann“. Zentraler Grund sei der Fachkräftemangel in der Klinik.

Dass es auf dem Arbeitsmarkt im Bereich Pflege sehr schwer ist, Mitarbeiter zu finden, bestätigt Silke Sennhenn, Sprecherin der Agentur für Arbeit. Im Agenturbezirk Kassel waren Ende November sieben arbeitslose ausgebildete Krankenpflegekräfte gemeldet und 33 offene Stellen.

GNH-Vorstandschef Dr. Gerhard M. Sontheimer bestätigte gestern im Interview mit der Wolfhager Allgemeinen den Fachkräftemangel. Er betonte zudem, dass nicht die GNH, sondern die drei Belegärzte an der Wolfhager Klinik die Entscheidung getroffen haben, die Geburtshilfe aufzugeben. „Wir hätten weiter Interesse gehabt, diese Geburtshilfe aufrecht zu erhalten.“

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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