Die Fläche steht seit 20 Jahren zur Verfügung

Protest gegen Pläne für Gewerbegebiet in Ostheim 

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Sie wollen keinen Gewerbebetrieb in Ortsnähe: Viele Bewohner von Ostheim – vorne von links Tanja Brögeler, Lisa Keim und Lydia Keim protestierten bei der Malsfelder Gemeindevertretersitzung am Donnerstag gegen die Pläne.

Malsfeld. Die Ostheimer wehren sich gegen die Ansiedlung eines Logistikunternehmens in der Nähe des Malsfelder Ortsteils. Sie befürchten nicht nur mehr Lärm. 

Auch mehr Verkehr und die Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen machen ihnen Sorgen. 

Im Gemeindeparlament wurde am Donnerstag über das Thema beraten. Viele Ostheimer waren gekommen, um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen.

Wie berichtet, hat eine Firma für Lagerlogistik und Seecontainer Interesse, sich im Interkommunalen Gewerbegebiet anzusiedeln. Das Unternehmen will dort Container umschlagen. Auch Wohncontainer für die Mitarbeiter sind geplant. 

Die Gemeinde wollte der Firma eine 20 Hektar große Fläche westlich der Autobahn 7, unterhalb des Kreisels, anbieten. Dieses Grundstück ist für Landwirtschaft vorgesehen. Ein Flächentausch war geplant: Ein Grundstück, das zum Gewerbegebiet gehört und am Ostheimer Ortsrand liegt, sollte dafür in landwirtschaftliche Fläche umgewandelt werden.

Bislang hatte sich noch kein Betrieb im Gewerbegebiet westlich der Autobahn angesiedelt, obwohl die Fläche dort seit 20 Jahren zur Verfügung steht. Wegen der Nähe zum Ort ist dort nur Kleingewerbe zugelassen, aber beispielsweise kein Logistikunternehmen. Diese Einschränkung würde mit dem Flächentausch für die dann neu ausgewiesene Gewerbefläche wegfallen.

Die Gemeindevertreter sollten über den Flächentausch entscheiden. Auf Antrag der CDU-Fraktion wurde das Thema zurück in den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen. Dort soll gemeinsam mit dem Ortsbeirat erneut über das Thema beraten werden. 

Die GL-Fraktion lehnte den CDU-Antrag ab und forderte, die Ansiedlung von Logistikunternehmen westlich der Autobahn nicht zuzulassen. Bürgermeister Herbert Vaupel sagte gegenüber der HNA, der Vorstand des Zweckverbands Gewerbegebiet Mittleres Fuldatal werde das Thema ergebnisoffen diskutieren. 

Bewohner sammeln Unterschriften

Die Ostheimer haben am Donnerstag Flugblätter an die Malsfelder Gemeindevertreter verteilt. Darauf war zu lesen, dass bislang 217 der wahlberechtigten 300 Dorfbewohner gegen die Pläne für die Ausweitung des Gewerbegebiets unterschrieben haben. 

Tanja Brögeler, Lisa Keim und Lydia Keim sprachen für die Dorfbewohner. Tanja Brögeler sagte nach der Sitzung: „Wir hatten uns mehr erhofft.“ Der Wunsch der Ostheimer wäre gewesen, dass das Parlament die Pläne komplett ablehnt. „Am liebsten wäre uns, dass gar kein Gewerbe zu uns kommt“, sagte Lisa Keim. 

Man sei aber eher bereit, Kleingewerbe auf der Fläche direkt am Ortsrand zu akzeptieren, als ein Logistikunternehmen 500 Meter weiter nördlich. Vor allem neu Zugezogene fühlten sich durch die Pläne eingeschränkt. „Wir geben nicht auf“, stellte Lydia Keim klar. 

Quelle: HNA

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