Protest gegen Stromtrasse: Knüllwälder wollen Bürgerversammlung zur Tennetleitung

Knüllwald. Mehr Informationen über die geplante Stromtrasse Südlink wünschen sich die Knüllwälder Gemeindevertreter. Die zurzeit diskutierte 800 Kilometer lange Trasse, die den Windstrom von Norden nach Bayern leiten soll, führt durch viele Ortsteile der Gemeinde.

Die Parlamentarier beschlossen deshalb in ihrer Sitzung, für Anfang Juni eine Bürgerversammlung einzuberufen, zu der auch die Firma Tennet, die die Planungen und den Bau betreibt, eingeladen werden soll.

Die SPD Knüllwald hatte dazu einen entsprechenden Antrag eingereicht. Die bis zu 100 Meter hohen Leitungen mit einem Korridor von 1000 Metern bedeuteten einen erheblichen Eingriff in die Natur. Die Durchleitung von Gleichstrom sei ein Novum in Deutschland und die Strahlenbelastung berge erhebliche gesundheitliche Risiken, heißt es darin.

Betroffen sind die Orte Berndshausen, Remsfeld, Völkershain, Reddingshausen, Wallenstein und Ellingshausen. Helmut Wettlaufer, (SPD-Sprecher): „Wir werden Knüllwald nicht wiedererkennen und müssen allen Widerstand dagegen aufbringen.“

Jörg Vollbrecht ( SPD) hatte, genau wie auch der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Jürgen Jurgilewitsch, und Bürgermeister, Jörg Müller, die Infoveranstaltung von Tennet in Fritzlar besucht und sich über die Ruhe dort gewundert. Er forderte stärkeren Protest.

Hans-Heinrich Laabs (UWG) glaubt nicht, dass die Leitung bei Remsfeld so gebaut werden kann, wie es die Pläne bisher vorsehen. Sie verläuft von Welferode her und dann direkt neben der Autobahn. Auf der einen Seite würde dies in das Baugebiet reichen. Der vorgesehene Abstand von 400 Metern zu den Wohngebieten werde dabei unterschritten. Auf der Waldseite sei ein Wasserschutzgebiet.

Der Bau soll schon 2018 beginnen und bis 2022 dauern. Jürgen Jurgiliewitsch erklärte, dass es drei weitere Alternativen für die 800 Kilometer lange Stromleitung gebe. Eine davon führe entlang der ehemaligen DDR-Grenze, durch größtenteils unbewohnte Gebiete. Er fragte sich, warum man diese nicht bevorzuge. Bürgermeister Jörg Müller fühlte sich überrumpelt: „ Wir waren total überrascht von diesen Plänen.“

Es müsse eine für die Menschen verträgliche Lösung her. Nun gelte es, nicht zu warten, bis die Bundesnetzagentur die Pläne bestätigt, denn danach gebe es wenig Möglichkeiten für Widerspruch, sagte Jurgilewitsch.

Alle Fraktionen stimmten dem zu.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Symbolbild/dpa

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