Erstmals nach dem Krieg ist der Bürgermeister Chef des Krankenhauskuratoriums

Protestant unter Katholiken

So ist die Stiftung „Hospital zum Heiligen Geist“ organisiert: Oben wacht das Stiftungskuratorium über die Aktivitäten der Organisation. Vorsitzender ist Bürgermeister Karl-Wilhelm Lange. Er wird vertreten von Karl-Otto Winter, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse. Mitglieder sind außerdem der katholische Stadtpfarrer Jörg Stefan Schütz und der Dipl. Ing. Manfred Sarrazin. Unternehmen der Stiftung sind das Hospital und seine Töchter. Fotomontage:  Berger

Fritzlar. Das Führungsgremium hat vier Mitglieder. Drei von ihnen sind Katholiken, ein Mitglied ist Protestant: Der Fritzlarer Bürgermeister. Und genau der ist neuer Vorsitzender. Das hat es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben. Bisher hatte immer der katholische Stadtpfarrer dieses Amt inne.

Das Fritzlarer Hospital zum Heiligen Geist, das Krankenhaus, gehört einer Armenstiftung, einer Stiftung des privaten Rechts, wie es amtlich heißt. Dieser Stiftung steht ein Kuratorium vor, dem vier Mitglieder angehören:

• Bürgermeister Karl-Wilhelm Lange, evangelisch, seit 16 Jahren Stellvertreter, jetzt erster Mann;

• Karl-Otto Winter, katholisch, neuer Stellvertreter;

• Stadtpfarrer Jörg Stefan Schütz, katholisch;

• Manfred Sarrazin, katholisch.

Sie alle arbeiten ehrenamtlich und ohne Entschädigung. Das Kuratorium als höchste und einzige Instanz der Stiftung gibt die Richtung der Arbeit vor. Lange: „Es geht um die Ausrichtung der Geschäftspolitik.“

Die Geschäfte des Krankenhauses und seiner Töchter werden von Barbara Gawliczek als Geschäftsführerin verantwortet.

Der Grund, warum eine Tradition mit dem Stadtpfarrer als Kuratoriumschef beendet wurde, ist für den katholischen Geistlichen klar: Jörg Stefan Schütz hat erst vor wenigen Wochen das Amt übernommen, nachdem die Prämonstratenser die Stadt verlassen haben. Seine vielfältigen Aufgaben, so sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion, ließen ihm keine Zeit, dieses traditionelle Amt noch zu führen. Schließlich habe sein Vorgänger, der Chorherr und Stadtpfarrer Conrad, vier Mitbrüder zur Seite gehabt.

Schütz arbeitet zurzeit mit einer Gemeindereferentin zusammen. Der zweite Mann, der ungarische Priester Horvath, kommt nicht (wir berichteten). Außerdem erfordere der Kuratoriumsvorsitz ein hohes Maß an Einarbeitung. Der Bürgermeister habe den Vorteil, dass er als langjähriges Mitglied die Geschäfte kenne.

Von Reinhard Berger

Quelle: HNA

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