Die Ortsstraße von Schlierbach ist nur für Anlieger geöffnet, aber das kümmert viele Autofahrer nicht

85 Prozent fahren illegal durch

Nur wenige halten sich an das Verbotsschild: Bürgermeister Kai Knöpper (kleines Bild rechts) und Eduard Husung vom Ortsbeirat ließen daher jetzt knipsen. Fotos: Hebeler

schlierbach. Das Schild und eine Sperre machen es deutlich: Durchfahrtsverkehr ist in Schlierbach verboten. Der Grund: Die Straße ist noch nicht geteert. Doch offenbar ist das vielen Autofahrern egal.

Neuentals Bürgermeister Kai Knöpper griff deshalb zu einer – für ihn – extremen Maßnahme und bestellte eine Geschwindigkeitsmessung bei der Ordnungsbehörde. Bei den Blitzern gehe es ihm aber weniger um die Geschwindigkeit, sondern vielmehr um Beweisverfahren. Nun könnten die unbelehrbaren Fahrer mit Foto und Zeugen verwarnt werden.

Viele fremde Kennzeichen

Die ersten Fotos der Ordnungshüter belegten demnach Erstaunliches: 85 Prozent der durchfahrenden Autos seien keine Anlieger, sondern Fahrzeuge mit fremden Kennzeichen, vorzugsweise mit Kennzeichen aus Marburg, Korbach und dem Vogelsberg.

Besonders empörend sei das mangelnde Unrechtsbewusstsein, schilderte Bürgermeister Knöpper seinen Ärger. Er habe sich einmal an die Straße gestellt und die Fahrer auf die Sperrung aufmerksam gemacht. Dabei sei er beschimpft worden, sogar mit Prügel wurde gedroht.

Auch der Schwerlastverkehr lasse sich von den Verbots- und Umleitungsschildern nicht beeindrucken, beschwerte sich der stellvertretende Ortsvorsteher, Eduard Husung. Immer wieder bretterten sehr schwere Fahrzeuge über die noch ungeteerte Straße.

Unverantwortlich sei das, denn dadurch würde das Straßenbett weiter zerstört und obendrein sei die Straße durch den Schneematsch nicht verkehrssicher. Die vielen Unebenheiten würden nicht rechtzeitig erkannt. Tiefer gelegte Fahrzeuge setzten regelmäßig auf, und einige seien in den vergangenen Tagen stark auf die Gegenfahrbahn gerutscht. „Wir können die Straße nicht komplett abriegeln, wegen der Menschen, die in Schlierbach wohnen“, erklärte der Bürgermeister. Er hofft auf mehr Einsicht bei den Autofahrern.

Von Helga Hebeler

Quelle: HNA

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