Studie: 20 Prozent der gekauften Lebensmittel landen im Müll

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Wolfhagen. Jeder Verbraucher wirft jährlich 80 Kilo Lebensmittel im Wert von 310 Euro in den Müll. Das belegt die Studie „Das Wegwerfen von Lebensmitteln – Einstellungen und Verhaltensmuster“, die von dem Frischhalteprodukte-Hersteller Cofresco in diesem Jahr in Auftrag gegeben wurde.

Laut der Studie werden in jedem Jahr mehr als 20 Prozent der gekauften Lebensmittel weggeworfen. Die Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ilse Aigner, fordert mehr Aufklärung für Lebensmittelhersteller, Handel und Verbraucher.

„Im Allgemeinen achten unsere Kunden auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und kaufen bevorzugt Lebensmittel, die noch lange haltbar sind“, sagt Günter Hauck, Filialleiter des Tegut-Marktes in Wolfhagen. „Ware, die sich dem Mindesthaltbarkeitsdatum nähert, reduzieren wir zuerst im Preis“, erklärt er. „Für Milchprodukte haben wir dafür eine spezielle Ecke im Kühlregal reserviert.“ Was dort noch übrig bleibe, das könnten die Mitarbeiter ebenfalls günstig kaufen, erläutert der Filialleiter.

„Außerdem spenden wir viele Lebensmittel, die kurz vor dem Haltbarkeitsdatum stehen, an die Wolfhager Tafel. Im Endeffekt bleibt nur sehr wenig übrig.“ Weniger als fünf Prozent der Lebensmittel gingen nicht weg, bevor das Haltbarkeitsdatum überschritten sei, so Hauck. „Selbst die landen aber nicht im Müll, sondern werden von einer Spezialfirma abgeholt und verwertet.“

Das Datum auf der Packung bedeute keineswegs, dass ein Produkt ab diesem Tag ungenießbar sei, erklärt Hauck weiter. „Bis zu diesem Datum gilt lediglich die Garantie des Herstellers, dass das Produkt frisch und lecker schmeckt.“

Es sei eine Schande, wieviel Essen die Menschen unnötig wegwerfen würden, weil sie glaubten, die Lebensmittel seien mit Erreichen des Haltbarkeitsdatums verdorben. „Es ist wichtig, dass man den Leuten das klarmacht“, fügt er an.

Von Patrick Kessler

Quelle: HNA

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