Bewährungsstrafe für Ex-Lehrer wegen Missbrauchs einer Schülerin

Schwalm-Eder. Ein 47-jähriger früherer Lehrer aus dem Schwalm-Eder-Kreis wurde zu einer sechsmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt, weil er eine 14-jährige Schülerin sexuell missbraucht hat.

Er war geständig: Dreimal hatte er danach im Herbst 2009 Geschlechtsverkehr mit dem Mädchen.

Das Fritzlarer Amtsgericht sprach am Freitag das Urteil in dem Prozess gegen den Pädagogen, der außerdem 1000 Euro Geldbuße an eine karitative Einrichtung sowie die Gerichtskosten zahlen muss. Der Mann nahm das Urteil an, es ist damit rechtskräftig. Am ersten Verhandlungstag vor einer Woche hatte der 47-jährige sexuellen Verkehr beim ersten Treffen mit seiner Schülerin abgestritten. Um das zu klären, war der weitere Verhandlungstag erforderlich, da Oberstaatsanwalt Hans-Manfred Jung das Mädchen dazu hören wollte.

Erneute Befragung

Die heute 16-Jährige wurde am Freitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen und bestätigte die Aussage ihres früheren Lehrers: Geschlechtsverkehr hatte es beim ersten Treffen in einem Park nicht gegeben, nur zu Küssen sei es gekommen.

Der Staatsanwalt warf dem inzwischen arbeitslosen und kranken Mann „schwere Verfehlungen“ vor, es habe sich bei dem Mädchen schließlich um seine Schülerin gehandelt.

Allerdings habe er es nicht auf strafbare Handlungen angelegt und es handele sich auch nicht um Vergewaltigungen. Festgestellt wurde zudem, dass das Mädchen keinen Schaden genommen habe wegen des Missbrauchs. Jung forderte ein Jahr Haft auf Bewährung und 1500 Euro Geldbuße.

In einem längerem Beitrag wies der Verteidiger darauf hin, dass der Ex-Lehrer seine Überlegenheit nicht ausgespielt habe. Beiden sei klar gewesen, dass sie etwas Verbotenes tun. Das Mädchen habe schließlich die Beziehung von sich aus beendet.

„Etwas schief gegangen“

Positiv bewertete Richterin Corinna Eichler, dass sich der Angeklagte zunächst gegen die Beziehung gewehrt habe. Jedoch sei sie seine Schülerin gewesen, er mithin für sie verantwortlich. „Da ist etwas schief gegangen“, sagte die Richterin. Inzwischen habe sich der Mann bei den Eltern des Mädchens entschuldigt.

Die Strafe von sechs Monaten wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Quelle: HNA

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