Prozess in Treysa: Mit der Faust schlug er einem Jugendlichen ins Gesicht

Treysa. Der Besuch eines Oktoberfestes wurde für einen 19-jährigen Mann aus dem Altkreis Ziegenhain richtig teuer. Wegen einer Schlägerei verurteilte das Amtsgericht den angehenden Mechatroniker zu einer Geldstrafe.

Der Mann muss nicht nur 500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen, sondern auch noch 130 Euro für eine zu Bruch gegangene Brille. „Wer die Musik bestellt, der muss sie auch bezahlen“, sagte der Richter.

Laut Anklageschrift hatte der 19-Jährige im vergangenen Oktober in Hülsa auf einem Dorffest einen 17-jährigen Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Bei dem Angriff sei die Brille des Opfers beschädigt worden und darüber hinaus habe der 17- Jährige erhebliche Verletzungen davongetragen, so der Staatsanwalt.

Der 19-Jährige war vor Gericht kein Unbekannter. Mit den Vorwürfen konfrontiert, versuchte sich der Angeklagte zunächst herauszureden. „Eigentlich war es etwas anders als beschrieben,“, erklärte der Mann dem Gericht.

Eine Gruppe von Kiffern habe einen anderen Mann geschlagen und er habe gewissermaßen in Notwehrabsicht helfen wollen, so der 19-Jährige weiter: „Ich wurde aber festgehalten. Dann habe ich mich umgedreht und habe dem eine reingehauen.“ Als der Staatsanwalt daraufhin ironisch kommentierte, dass der Angeklagte dann ja alles richtig gemacht habe, schüttelte der Täter den Kopf: „Nein, ich hätte die Polizei rufen sollen.“

Weder Gericht noch Staatsanwaltschaft nahmen dem 19-Jährigen seine Version ab. Als der Vorsitzende von dem Mann wissen wollte, wie viel Alkohol er an dem betreffenden Abend getrunken habe, kam der Angeklagte überschlägig auf rund sechs Liter. Das sei ja ein kleiner Putzeimer voll Bier, so der Richter verblüfft, und schätzt die Blutalkoholmenge zur Tatzeit auf 1,8 bis 1,9 Promille.

Im Gegensatz dazu war das 17-jährige Opfer bei dem Vorfall vollkommen nüchtern gewesen und konnte sich gut an das Oktoberfest erinnern. Eigentlich habe er mit Freunden feiern wollen, aber dazu sei es dann gar nicht mehr gekommen, so der Zeuge.

Der Täter sowie ein weiterer Mann seien wegen der Ex-Freundin des Angeklagten ziemlich sauer gewesen und es sei ziemlich laut geworden, erinnerte sich der 17-Jährige: „Es ging hin und her und beim letzten Mal wurde es dann etwas handgreiflich.“

Nach der Zeugenaussage zeigte sich der Angeklagte einsichtig und bat das Opfer der Schlägerei um Entschuldigung. „Er sieht das ja auch alles ein“, stellte der Staatsanwalt fest und verzichtete auf weitere Zeugen.

In seinem Plädoyer appellierte der Jurist an die Vernunft des jungen Mannes. Es habe schon einmal Dauerarrest gegeben, und wenn es jetzt zu einem weiteren Vorfall kommen sollte, dann werde es unangenehm, mahnte der Anklagevertreter.

Alkohol und Eifersucht

Ursächlich für die Tat sei Alkohol gepaart mit Eifersucht, so der Richter in seiner Urteilsbegründung: „Strafverfahren sind teuer und Strafen auch.

Nächstes Mal kann es schon Jugendstrafe geben. Also weniger Alkohol trinken, um die Familie kümmern und ein ordentliches Leben führen.“

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

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