Schläge für Mutter und Schwester: 39-Jähriger bekommt Strafe auf Bewährung

Schwalmstadt. Zu einer zeitlich unbefristeten Sicherungsverwahrung in einem psychiatrischen Krankenhaus verurteilte das Marburger Landgericht am Dienstag einen 39-Jährigen aus dem Altkreis Ziegenhain.

Allerdings setzte das Gericht die Anordnung für fünf Jahre auf Bewährung aus. Deshalb wird er zunächst nicht in einer geschlossenen Anstalt untergebracht. Seit vielen Jahren befand sich der Beschuldigte wegen einer psychiatrischen Erkrankung bereits in ärztlicher Behandlung und musste deswegen starke Medikamente einnehmen. Diese hatte er selbständig abgesetzt.

In dieser Phase hatte er im Oktober vergangenen Jahres innerhalb von 14 Tagen insgesamt acht unterschiedliche strafrechtlich relevante Taten begangen. Die Bandbreite reichte dabei von Beleidigungen über Bedrohungen, körperliche Misshandlungen, Gewaltdelikte, Sachbeschädigung bis hin zu Drohungen mit einem Messer und Diebstahl.

Unter anderem hatte er seine Mutter verbal beschimpft und sie anschließend mehrfach mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen, sodass sie bewusstlos in ein Krankenhaus gebracht werden musste. In einem anderen Fall hatte er von Mutter und Schwester einen hohen Geldbetrag gefordert und dabei mit einem Obstmesser seiner Forderung Nachdruck verliehen.

Die ihm zur Last gelegten Taten gab der Angeklagte, der vor Gericht einen ruhigen und gefassten Eindruck machte, zu. „Im Groben stimmt das alles so. Im Nachhinein tut mir das Ganze wahnsinnig leid“, beteuerte er. Aufgrund dieser Vorfälle war er im November 2009 in der geschlossenen Abteilung des psychiatrischen Krankenhauses Hephata untergebracht worden.

Der vom Gericht geladene Sachverständige bescheinigte dem Mann eine schwere psychische Störung. Diese äußere sich darin, dass der Angeklagte in zeitlichen Abständen Krankheitsphasen durchlebt, die zu Ausfällen führten. Ansonsten sei er völlig normal. Aus diesem Grund sei er als schuldunfähig zu betrachten. Diese Auffassung bestätigte auch der Arzt, der den 39-Jährigen derzeit in Hephata ambulant behandelt.

Wegen der von beiden Gutachtern bestätigten günstigen Prognose beantragte die Staatsanwältin die Unterbringung zur Bewährung auszusetzen. Diesem Antrag folgte das Gericht.

Allerdings muss sich der Mann auch in Zukunft von der forensischen Abteilung des psychiatrischen Krankenhauses Haina überwachen lassen und die Behandlung in Hephata fortsetzen.

Darüber hinaus darf er weder Alkohol trinken, noch Drogen zu sich nehmen. Der Mann nahm das Urteil noch im Gerichtssaal an.

Quelle: HNA

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