Prozess wegen  Diebstahls im Solarpark: 23-Jähriger ging in Berufung

Marburg/Schwalmstadt. Zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten war in erster Instanz ein 23-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain verurteilt worden, der sich wegen Einbruchdiebstahls gemeinsam mit zwei weiteren jungen Männern vor Gericht verantworten musste.

Ausgerüstet mit Bolzenschneider, Sackkarre, Schraubendreher und Ratsche, sollen die Drei im vergangenen Dezember aus dem Solarpark am Harthberg in Treysa Wechselrichter im Wert von geschätzten 100 000 Euro gestohlen und sie im Internet zum Verkauf angeboten haben (wir berichteten.) Gegen das im April gefällte Urteil des Schöffengerichts am Amtsgericht Schwalmstadt legte der einschlägig vorbestrafte 23-Jährige Berufung ein.

Der Fall ging an das Marburger Landgericht. Während der etwa zweistündigen Verhandlung vor der zweiten Strafkammer nahm der in der Justizvollzugsanstalt Hünfeld inhaftierte 23-Jährige in Marburg noch einmal Stellung zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen.

Er bekannte sich weitgehend schuldig und räumte ein, den Plan gemeinsam mit einem der beiden Mittäter gefasst zu haben. Es sei ein "Riesenfehler" gewesen, sagte der 23-Jährige, der in erster Instanz als "Bewährungsversager" eingestuft worden war. Ausführlich sprach er über seine Erfahrungen im Vollzug, frühere Delikte, eine zu verbüßende zweijährige Haftstrafe und seine Zukunftspläne. Nach der Entlassung wolle er sein Leben neu beginnen.

Sein Mandant habe bereits früh ein Geständnis abgelegt, sagte der Anwalt des 23-Jährigen. Es ginge darum, ob er früher oder später aus der Haft komme, und ob man ihm, seiner Freundin und dem gemeinsamen Kind eine Chance einräume.

Der 23-Jährige müsse aufpassen, dass er nicht nur in "schöne Worte" verfalle, sagte der Staatsanwalt, der für die Verwerfung der Berufung plädierte. Er verwies auf die hohe Rückfallgeschwindigkeit. Zudem sei die Tat "kein Augenblickversagen" gewesen.

Zunächst ginge es für den 23-Jährigen darum, sich im Vollzug zu beweisen, mahnte auch der Richter. Die Freiheitsstrafe begrenzte das Gericht auf ein Jahr.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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