Mann hatte sich an Mädchen vergangen

Prozess wegen Kindesmissbrauch: Verteidigung hat Revision eingelegt

Wolfhagen/Kassel. Das Urteil im Missbrauchsprozess gegen den ehemaligen Leiter des Wolfhager Einwohnermeldeamts ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung habe fristgerecht Revision eingelegt, teilte das Kasseler Landgericht am Montag mit.

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Der 55-Jährige aus Wolfhagen war vor gut einer Woche zu zwölf Jahren Gefängnis und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Der Mann hatte zugegeben, sich innerhalb von fast 20 Jahren an fünf kleinen Mädchen vergangen und die Übergriffe zum Teil auf Video festgehalten zu haben.

Das Gericht hielt 141 Fälle des sexuellen Missbrauchs für erwiesen. Die nun eingelegte Revision bedeutet noch nicht, dass das Verfahren tatsächlich den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe beschäftigen wird. Erst muss das Kasseler Landgericht sein mündlich ergangenes Urteil schriftlich abfassen.

Danach hat die Verteidigung einen Monat Zeit, den Revisionsantrag zu begründen – also etwa Verfahrensfehler oder falsche Gesetzesanwendung geltend zu machen.

Erst dann müsste der BGH entscheiden. Es ist aber nicht unüblich, die Revision zwar zunächst sicherheitshalber einzulegen, sie nach Vorliegen der Urteilsgründe aber nicht mehr aufrechtzuerhalten. Dann jedoch würde die Verurteilung rechtskräftig. (jft)

Bilder vom Prozess

Missbrauchsprozess am Landgericht in Kassel

Quelle: HNA

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