Prozess wegen Tötung eines Guxhageners: "Frau handelte in Notwehr"

Kassel/Guxhagen. Die tödliche Kerzenständerattacke einer 61-Jährigen auf ihren Großonkel in Guxhagen war nach Ansicht der Verteidigung ein Fall der Notwehr. Das wurde am Montagnachmittag bei der Gerichtsverhandlung deutlich. Ein Urteil wird am Mittwoch erwartet.

Die Angeklagte sei von dem 83-Jährigen angegriffen worden und deshalb vom Vorwurf des Totschlags freizusprechen, erklärten die Anwälte der Zierenbergerin vor dem Kasseler Landgericht. Für den Versuch, das Haus des Mannes nach der Tat in Brand zu stecken, reiche eine „milde Strafe“ aus.

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„Sie kämpfte um ihr Leben“, sagte Rechtsanwalt Jan Hörmann, „und setzte sich mit aller Kraft, die ihr als Frau zur Verfügung stand, zur Wehr.“ Die Angeklagte hatte ihren Großonkel im November 2010 in dessen Haus mit einem 600 Gramm schweren Kerzenständer erschlagen. Zuvor war sie bei einer Auseinandersetzung mit dem Pensionär aber auch selbst verletzt worden.

Zuletzt aktualisiert um 16.22 Uhr.

Was den Streit ausgelöst hat, hält die Verteidigung für ungeklärt. Das tiefe Minus auf dem gemeinsam genutzten Konto sei es nicht gewesen: Für Geld habe sich der Getötete nicht interessiert, sagte Rechtsanwalt Michael Kuntze. „Er wusste, er hatte sein Auskommen, seine Zigaretten, seine Zeitung – alles andere war ihm egal.“ Weil die Plädoyers zu lange dauerten, blieb für das Urteil am Montag keine Zeit mehr. Es soll am Mittwoch verkündet werden. (jft) 

Quelle: HNA

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