Ausbildungsverbund simuliert Prüfungen

Die Prüfung wird geübt: Starthilfe begleitet Azubis bis zum Abschluss

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Schwalm-Eder – Wenn die künftigen Fachkräfte für Logistik und Einzelhandel, die medizinischen Fachangestellten und Elektroniker im Mai ihre theoretischen Abschlussprüfungen absolvieren werden, dann können einige von ihnen etwas gelassener sein.

Denn sie haben die Prüfungssituation bereits einmal durchgespielt.

Der Starthilfe-Ausbildungsverbund, der seit 1985 schon jungen Leuten während ihrer beruflichen Ausbildung bei Bedarf zur Seite steht, organisiert in Homberg am Samstag, 16. März, diese Simulation. „Wir stellen die echte Prüfung 1:1 nach“, sagt Udo Amling, es sollten möglichst realistische Bedingungen herrschen.

Udo AmlingStarthilfe-Ausbildungsverbund

Warum diesen Aufwand? Es habe sich gezeigt, dass durch die Konfrontation mit der Probe-Prüfung die Ergebnisse bei der echten Prüfung besser ausfielen, sagt Katharina Göke, Sozialpädagogin und Abteilungsleiterin für die ausbildungsbegleitenden Hilfen der Starthilfe. Bereits 53 Auszubildende aus ganz unterschiedlichen Berufsfeldern haben sich für die Simulation in der nächsten Woche angemeldet. Sie sind fast alle auch in den Programmen, die die Starthilfe während der Ausbildung für sie anbietet. Aber auch Externe können an der Simulation teilnehmen – gegen die Zahlung von 25 Euro.

Die Erfolgsquote der Starthilfe spricht für das Programm: 98 Prozent, so Amling, bestehen die Prüfungen. Das beweise: „Wer Hilfen annimmt, hat es leichter, den Abschluss zu schaffen.“

180 Auszubildende nehmen zurzeit im Schwalm-Eder-Kreis die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) der Starthilfe während ihrer Ausbildung in Anspruch. Einmal pro Woche, meist nach der Berufsschule, gibt es zusätzlichen Unterricht an vier Standorten im Kreis, jeweils drei Schulstunden.

Die Ausbildungsbetriebe und/oder Schulen wenden sich an die Starthilfe,

Katharina GökeAbteilungsleiterin bei derStarthilfe

wenn ein Azubi Probleme hat und Hilfe benötigt. Die Arbeitsagentur, die die Kurse finanziert, muss dem dann noch zustimmen. Seit zwei Jahren bietet die Starthilfe außerdem Deutschkurse für Geflüchtete in Ausbildung an. „Es ist enorm wichtig für den Erfolg der Ausbildung, dass die Sprachkompetenz besser wird“, weiß Amling.

 Jeweils ein Kurs läuft in Schwalmstadt, Homberg und Melsungen. Ein Erfolgsmodell also, die Ausbildungshilfen der Starthilfe. Was jedoch immer fehlt, das sind die Lehrkräfte. Es sind einige darunter, die angestellt sind, doch die Mehrheit sind Honorarkräfte. „Wir nehmen gerne Lehramtsstudenten“, sagt Udo Amling. Aber auch pensionierte Lehrer und Meister aus verschiedenen Berufen sind gern gesehen.

Hilfen bei Orientierung und Ausbildung

Der Starthilfe Ausbildungsverbund Schwalm-Eder e.V. unterstützt und begleitet mit pädagogischem Fachpersonal jährlich 1600 Jugendliche und Erwachsene bei der beruflichen Orientierung und Bewältigung der Probleme in Schule und Ausbildung, in Familie und sozialem Umfeld. 

Mitglieder sind der Kreis und seine Städte und Gemeinden, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Kreissparkasse. Die Verwaltung sitzt in Homberg (Tel. 0 56 81/99 020), Geschäftsstellen sind in Borken, Melsungen und Schwalmstadt.

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