Konzert in der Zierenberger Stadthalle

Das Publikum war mittendrin

Konzert als Übungsstunde: Andreas Kowalczyk studiert mit seinen drei Chören und den Besuchern einen Kanon ein. Foto:  zhf

Zierenberg. Der Zierenberger Gesangverein hat sich in Sachen Mitgliederzahlen schlagartig vervier-, vielleicht sogar verfünffacht. Zumindest für einen Abend, denn Chorleiter Andreas Kowalczyk hat am Samstag die Besucher des Konzertes in der Stadtkirche kurzerhand zu Mitsängern ernannt. Nach der Pause verwandelte er die Aufführung in eine Übungsstunde, studierte mit den Besuchern einen Kanon ein.

Wie auch im übrigen Programmverlauf zeigte sich der quirlige Musikliebhaber als Perfektionist, ließ einzelne Zeilen wieder und wieder singen, bis auch der letzte Ton saß. Und dann war klar: „Singen macht froh, Singen macht Spaß.“ Die Zierenberger sangen voller Freude die vielsagenden Zeilen mit, schnipsten und klatschten, als wollten sie die Worte „All unsere Stimmen, sie klingen mit im großen Chor“ noch einmal fett unterstreichen.

Gelungene Abwechslung in einem auch ansonsten vielseitigen Programm, in dem der Gesangverein samt seiner Gastchöre zu überzeugen wusste. Sie boten einen alles andere als gewöhnlichen Liederabend, was schon beim Programmheft beginnen sollte. Das gab es nämlich gar nicht erst, Liedtitel und Angaben zur Komposition flimmerten in Form einer Multimedia-Show über eine große Leinwand oberhalb der Kanzel. Um dem Konzertmotto „für Aug’ und Ohr“ weiter gerecht zu werden, untermalten die Sängerinnen und Sänger ihre Darbietungen mit wunderschönen Fotografien, die einem als Zuhörer erlaubten, noch tiefer in die Gesangsstücke einzutauchen. „Herr, Deine Güte reicht so weit“ etwa schien durch Aufnahmen von tiefblauben Himmeln mit weißen Schäfchenwolken eine ganz neue Bedeutung zu bekommen.

Das Repertoire reichte von bekannten Spirituals wie „Nobody knows“ über Klassisches wie „All mein Gedanken“von Brahms bis hin zu Poppigem wie „Super Trouper“ und „I have a Dream“ von Abba. Auch an außergewöhliche Nummern trauten sich Kowalczyk und seine Sänger heran, so etwa Hubert von Goiserns „Weit weit weg“. Der Konzerterprobte Gesangverein wie auch der Volkschor aus Obervellmar sangen sich ohne spürbare Aufregung durch den Abend, anders die Frauen des Chores „Viva la Musica“ aus Altenhasungen. Sie standen erstmals vor großem Publikum. Die Aufregung aber war unbegründet und schien schnell verflogen, mit dem voller Freude vorgetragenen Spiritual „Let us bring together“ hatten sie das Publikum schnell auf ihrer Seite.

Ein Liederabend der etwas anderen Art, der einfach Spaß gemacht hat und schon jetzt auf mehr hoffen lässt. (zhf)

Quelle: HNA

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