Kleine Bühne Hausen spielte wunderbar erfrischend eine moderne Version der Weihnachtsgeschichte

Pullerschnaps für Maria

Auf der Bühne: (Mitte von links) Balthasar (Herbert Heinisch) überreichte die Geschenke an Maria (Margret Merle) und Josef (Ulrich Riegelmann). Markus Boländer (Römer), Ralf Schäfer (Hirte), Karsten Allendorf (Hirte), Dirk Battenberg (Römer), Gert Blumenstiel (Wirt), Bärbel Herget (Erzengel), Ortrun Albert (Arztengel) verfolgten die Schenkung. Foto: H. Becker

Hausen. Die Kleine Bühne Hausen zeigte am dritten Advent in zwei Vorstellungen die Weihnachtsgeschichte auf Häusner Art. Die Theatergruppe trat in Klingers Scheune vor ausverkauftem Haus auf. Karlheinz Klinger moderierte in seiner Rolle als Sprecher den Theaterabend, führte das Publikum gekonnt von Szene zu Szene der Weihnachtsgeschichte geschrieben von Lukas Podolski.

Nein, natürlich wurde die wahre Geschichte von Evangelisten Lukas erzählt, parodisch aufgearbeitet von Ralf Schäfer, dem Regisseur der Hausener Theatertruppe. So begann die Weihnachtsgeschichte mit einem Polizeibericht: Eine junge Frau habe in einem Stall einen Säugling geboren, der nur in Stoffstreifen gewickelt sei. Die Festnahme durch die Behörden wurde durch Josef H. aus N. sowie von drei ausländisch anmutenden Wesen verhindert.

So begann die etwas andere Weihnachtsgeschichte. Schon vor den Stadttoren von Bethlehem beichtete Maria (Margret Merle) ihrem Manne Josef ihre Schwangerschaft und überrascht den verwunderten Josef, dass das Kind nicht von ihm stamme, sondern dass höhere Mächte im Spiel seien. Der überforderte Josef, verkörpert durch Ulrich Riegelmann, schaffte es dennoch, die Torwächter der Stadt Bethlehem und einen Wirt zu überreden, ihm und seiner schwangeren Frau eine Herberge zu gewähren. Josef und Maria kamen im „Be Inn“ , in einem zwielichten Gasthof, unter.

Sprecher Karlheinz Klinger kündigte inzwischen drei Fremde an, die vor den Stadttoren von Bethlehem umherirren. Die drei heiligen Könige (Andreas Höfler, Jürgen Hahl und Herbert Heinisch) machten einen warmherzigen und freundlichen Eindruck und finden gemeinsam mit den Hirten (Ralf Schäfer, Markus Klinger und Karsten Allendorf) das Kind in der Krippe. Das kleine Jesuskind wurde inzwischen vom Arztengel (Ortrun Albert) mit den Worten „Es ist ein Mädchen“ zur Welt gebracht.

Der Scherz wurde sogleich revidiert: die Weltgeschichte müsse nicht neu geschrieben werden. Die etwas andere Weihnachtsgeschichte, gesehen mit Humor und Sprache aus den 21. Jahrhundert, wurde vom Publikum mit anhaltendem Applaus belohnt. Mit dem Lied „Marys Boychild“ verabschiedeten sich die Akteure vom Publikum und verabredeten sich mit Maria und Josef zum Pullerschnaps.

Von Harald Becker

Quelle: HNA

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