Die Kompaniker aus Dresden boten Kabarett mit schwerer und mit leichter Kost

Punkten mit Politischem

Stammtisch: Dem Alkohol zugetan schwadronierten Jürgen Theile (links) und Frank Weiland über Gott und die Welt. Foto:  Hocke

Mörshausen. „Mörshausen ist für mich Familie - bei diesem Publikum fühle ich mich wohl.“ So brachte Kabarettist Jürgen Theile auf den Punkt, warum er nun schon zum vierten Mal seit 2003 im dortigen Dorfgemeinschaftshaus gastiert. Gemeinsam mit Frank Weiland, der zum ersten Mal dort auftrat, nutzen die beiden Dresdner die gesamte Palette der Kleinkunst.

Von feiner Satire bis hin zu platten Stammtischparolen boten die beiden Künstler, was Kabarett kann. In Form von Sketschen und Chansons parodierten sie mit viel Witz die politischen Zustände und aktuelle Ereignisse.

„Wer kein Geld zum Heizen hat, der benötigt auch keine Zähne zum Klappern.“

Die Kompaniker, so nennt sich das Duo, stellten alles auf den Prüfstand. Angela Merkel und Guido Westerwelle standen immer wieder unter Beschuss. Da war von einer „Gehirn-Burka mit ganz kleinen Schlitzen“ die Rede. Die Bundesregierung wurde zur Sponti-Gruppe, wie sie nicht mal die 68er zu Stande gebracht hätten. Minister Profala wurde als „Mensch gewordene Baldrianflasche“ beschrieben.

Die Beschäftigung mit Schwächen der Demokratie, mit Bankenkrisen und mit der Nostalgie von unbelehrbaren DDR-Gläubigen brachten die Zuschauer zum Nachdenken.

Als Erholung von schwerer Kost gab es zwischendurch leichte Häppchen. So konnte man im Stammtischgespräch erfahren, dass Frank Weiland kürzlich 70 Kilo verloren hatte: „Meine Frau hat mich verlassen!“ Im Programmpunkt „Zu viele Alte“ ging es um ein Gespräch zwischen einem Selbstheiler (Theile) und einer ärztegläubigen Patientin (Weiland) im Wartezimmer. Dabei reizten die Kompaniker die Lachmuskeln der Gäste nicht nur mit den Gags, sondern vor allem mit ihrem schauspielerischen Können.

Minutenlangen Applaus der 70 Besucher erwiderten die Kabarettisten mit drei Zugaben. Theile, Weiland und der für die Musikeinspiele zuständige Roland Schmidt kamen in Mörshausen auf ihre Kosten. Sie lassen sich gerne ein weiteres Mal einladen.

Dorothea Wicke, Vorsitzende des Mörshäuser Landfrauenvereins, freute sich als Organisatorin gemeinsam mit Vertretern der Dorfgemeinschaft über einen unterhaltsamen und gelungenen Abend, zu dem auch etliche Auswärtige gekommen waren.

Quelle: HNA

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