Die Puppen tanzen lassen

Puppenbühne startet bald mit Froschkönig in neue Saison

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Ende November startet Puppenbühne mit Froschkönig in neue Saison

Wernswig. Nur einmal hat sich in den letzten zwölf Jahren eine Puppe verheddert; die Fäden des Goldmariechen aus „Frau Holle“ waren so verknotet, dass die Aufführung der Puppenbühne Wernswig unterbrochen werden musste.

„Pechmariechen kam damals früher auf die Bühne“, erinnert sich Christiane Kunz, verantwortlich für die Puppenkostüme. Sonst habe es nie größere Zwischenfälle gegeben, sagt Stefan Kunz, künstlerischer Leiter des Marionettentheaters. In dieser Saison, die Ende November beginnt, wird der Froschkönig, „frei nach den Brüdern Grimm“ gespielt. „Jedes Jahr ist ein anderes Grimmmärchen dran“, so Kunz. Ihr Ehemann, Stefan Kunz, hat sieben neue Puppen gebastelt: Froschkönig, Prinz und Prinzessin, Diener, Hexe, König und einen Papagei namens Fridolin.

„Das Bühnenbild habe ich vom Frühjahr bis jetzt gebaut.“ Parallel hat er die Außenwand der ehemaligen Raiffeisenbank renoviert und das Märchen vom süßen Brei darauf gemalt: rosa Farbe fließt wie Brei die Wand herunter. Die Puppen, die aus Holz und Plastiform sind, werden mit Wasserfarben bemalt und eingekleidet. „Pro Puppe zahlen wir 1500 Euro.“ 120 Exemplare hat Kunz schon gebaut. Das Stück und die Liedertexte schrieb Tobias Maus. Der 19-jährige Student textet seit vielen Jahren die Märchen für die Puppenbühne. „Von Jahr zu Jahr wird er besser“, sagt Regisseurin Margit Bartl. Sie hat den Blick fürs Ganze, Puppentheater ist aber Teamarbeit. Neben Bartel gibt es sechs Sprecher und sieben Puppenspieler. Die Proben beginnen Anfang September, einen Monat vor der Premiere treffen sich die Puppenfans zweimal wöchentlich: Erst wird der Text eingesprochen, dann kommen die Proben.

Auf der Spielerbrücke ist es eng, jeder muss genau wissen, was zu tun ist: „Wann kommt wer rein und wo steht die Puppe, muss sie sich hier an den Kopf packen und da erschrecken, wenn es passt?“, erklärt Bartl. Ihr Mann, Thomas Bartl ist für Ton, Licht und Bühnentechnik verantwortlich. „Das Stück läuft von Anfang bis Ende auf dem Computer, da kann man nicht improvisieren“, sagt Christina Kunz. Es ist viel Aufwand, den die Puppenspieler in ihrer Freizeit betreiben, aber es lohnt sich: Jährlich werden es mehr Zuschauer. Schon bevor bekannt war, was überhaupt gespielt wird, waren die Premierenkarten ausverkauft.

Von Nina Nickoll

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Quelle: HNA

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