Schilder im Kurpark weisen jetzt auf sieben Brunnen hin

Wo die Quellen sprudeln: 100 Jahre Heilquelle

Tafeln zeigen die Brunnen an: Natascha Rath vom Tourismusbüro und Christine von Urff vom Kur- und Verkehrsverein. Die genauen Plätze der Brunnen sind auf den Hinweistafeln eingezeichnet (kleines Bild). Fotos: Thiery

Bad Zwesten. Bei den Babyloniern galt die Zahl Sieben als vollkommene Maßzahl und es gibt viele Mythen und sogar Märchen rund um die Zahl: Im siebten Himmel schweben etwa oder Schneewittchen und die sieben Zwerge.

Aber die Zahl spielt auch im historischen Kurpark in Bad Zwesten eine Rolle. Sieben Brunnen sprudeln auf dem Gelände. Zum 100-jährigen Bestehen der Heilquelle wurden jetzt Schilder am Steg über den Teich angebracht, die den Besuchern des Parks die Stellen zeigen, wo das Wasser der Quellen sprudelt.

Der Park ist zweieinhalb Hektar groß. Im Untergrund rumort es kräftig. „Sieben Brunnen auf einem solchen Gelände. Das ist in Europa geologisch einmalig“, sagt die Vorsitzende des Kur-und Verkehrsvereins Christine von Urff. Ein Institut habe dies bestätigt. Sie spielte schon als Kind im Park und kennt sich mit der Geschichte und den Geschichten aus.

Die erste Quelle, die man fand, war die Heilquelle „Zwestener Löwenquelle“, um die herum man vor 100 Jahren das Brunnenhäuschen baute, und wo im Laufe der Jahre der alte Kurpark entstand. Sie ist die älteste Quelle, ihr werden heilende Eigenschaften bei einigen Magen-, sowie Leber- und Gallenwegserkrankungen zugeschrieben. Und sie ist für die Entwicklung des Kurortes Bad Zwesten mit verantwortlich. Schon in der Römerzeit soll das Wasser aus der Quelle getrunken worden sein.

Die Heilquelle ist artesisch, sprudelt also von selbst nach oben, das Wasser muss nicht hoch gepumpt werden. Heute wird das Wasser in das Kurhaus und in die Hardtwaldklinik gepumpt, wo die Kurgäste es zum Wohle ihrer Gesundheit genießen können. „Man sollte das Wasser dreimal am Tag trinken, um eine Wirkung zu erzielen“, sagte von Urff.

Diese Wirkung veranlasste die Bad Zwestener, weiter zu bohren und zu schauen, ob man nicht noch mehr solcher Schätze auf dem Gelände findet. So entstanden immer mehr Brunnen im Park, erzählt von Urff.

Der nächste Fund galt der Kellerwaldquelle. Sie legte den Grundstein für den Löwensprudel, der von 1922 bis 2010 in ganz Deutschland verkauft wurde. Auch die dritte Quelle, die Kurparkquelle gab ihr Wasser für den Sprudel, ebenso wie die Olantaquelle, die ein paar Meter neben der Heilquelle gefunden wurde. Aus ihrem Wasser wurde der gelbe Löwensprudel gemacht, der mit Orangenextrakt versetzt, so ähnlich wie Fanta schmeckte.

Von ganz anderer Art ist die Treibsandquelle im Teich am Kurpark. „Sie ist 25 Meter tief und kann nicht eingefasst werden“, erzählt Natascha Rath vom Tourismusbüro der Kurgemeinde. Man kann Sie auf dem Grund des Kurparkteiches beim Herausquellen beobachten.

Emsig wirbelt sie das Wasser mitten im Sand auf und malt quadratische Formen in den Sandboden. „Das sieht aus wie eine Kutsche“, sagt von Urff. Daher stammt auch eine alte Sage (Hintergrund). „Die Geschichte ist natürlich nicht wahr und diente auch dazu, dass wir als Kinder nicht zu nah an den Teich gingen“, sagt von Urff. Dort ist das Gebiet sehr sumpfig.

Die Heilquelle im Brunnentempel und die Treibsandquelle, die den Teich mit Wasser speist, treten das ganze Jahr über mit einer Wassertemperatur von zwölf Grad zu Tage. Deshalb friert das Wasser am abführenden Graben und auch die Schwalm, an der Stelle der Mündung selbst in den kältesten Wintern nicht zu.

Die unspektakulärste und trotzdem eine der wichtigsten Quellen ist die Trinkwasserquelle, die den Ort Bad Zwesten mit Wasser versorgt.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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