Rabatt für Familien auf Melsunger Bauplätze

Gute Nachricht für Familien: Pro Kind können sie künftig 3000 Euro Preisnachlass bekommen, wenn sie in Melsungen ein städtisches Baugrundstück kaufen. Foto: Archiv

Melsungen. Kontrovers diskutiert wurden in der Melsunger Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag die Verkaufspreise für städtische Grundstücke.

Die wird sich laut einstimmigem Beschluss auch 2015 nicht ändern. Aus dem Jahr 1981 stammt ein Beschluss, dass die Verkaufspreise für städtische Grundstücke jährlich der allgemeinen Preis- und Zinsentwicklung anzupassen sind. Seit 1998 wurde dieser Beschluss ausgesetzt und die Preise nicht erhöht, weil für diese Grundstücke kaum Nachfrage bestand. Im Jahr 2014 wurde keines der 19 Grundstücke verkauft, heißt es in der Beschlussvorlage.

Das Gremium beschloss ebenso einstimmig einen Antrag der SPD-Fraktion, die einen Preisnachlass für Familien angeregt hatte. Demnach wird der Preis für städtische Grundstücke, die seit mindestens fünf Jahren vergeblich zum Verkauf angeboten werden, um 3000 Euro pro Kind reduziert - maximal um 9000 Euro. Der Nachlass werde nur für Kinder gewährt, die das 18. Lebensjahr zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch nicht vollendet haben, erklärte Volker Wagner (SPD).

In den Haushaltsberatungen sei aufgefallen, dass es schwer sei, in Melsungen ein Neubaugebiet zu schaffen, sagte Timo Riedemann (SPD) als Sprecher des Umwelt-, Verkehr- und Energie-Ausschusses. Es sei nicht auszuschließen, dass es in den nächsten Jahren Neubaugebiete geben wird, meinte er. Da Melsungen weiterhin kinder- und familienfreundlich sein möchte, sollte man Familien einen Nachlass gewähren, betonte er. „Wir sollten versuchen, unsere 19 Bauplätze zu vermarkten und zu verkaufen“, sagte Riedemann.

Bernhard Lanzenberger (CDU) sagte, Melsungen verfüge über einen guten Arbeitgeber, und in benachbarten Gemeinden würden viele Baugebiete ausgewiesen. Deshalb wünsche er sich, Interessierten die Chance zu geben, hier zu wohnen. „Deswegen wollen wir neue Baugebiete, insbesondere in der Kernstadt“, forderte er. „Im nächsten Jahr ist kein Geld für eine Erschließung vorhanden, das hat nichts mit dem Bedarf zu tun“, beschwichtigte Volker Wagner (SPD). Die andere Seite sei, dass sich bei Baugebieten wie dem Huberg und dem Galgenberg um alternde Siedlungen handle, wo eine Verpflichtung bestünde, die Werte nicht zu senken.

Martin Gille (FWG) wandte ein, dass es Leute gebe, die die Häuser aus den 60er- und 70er-Jahren nicht kaufen wollten. Und: „Es gibt Leute, die wollen nicht nach Kehrenbach, Kirchhof oder Günsterode ziehen.“ Auf das Argument, dass aber wohl Geld für einen RegioTram-Haltepunkt in Schwarzenberg da sei, warf ihm Riedemann „eine fragwürdige Politik“ vor. „Wir beschließen hier nicht ein neues Baugebiet“, beschwichtigte der Stadtverordneten-Vorsteher Albin Schicker. (zal)

Quelle: HNA

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