Zur Schule nur mit dem Rad: Radeln als Lebenselixier

+
Mit Leidenschaft auf den Straßen des Wolfhager Landes unterwegs: Lehrer Matthias Stolle aus Elbenberg hat sogar einen Abstandhalter entwickelt, um sicher mit dem Fahrrad an seinen Arbeitsplatz zu kommen.

Elbenberg . Seit über zehn Jahren schon trotzt Matthias Stolle aus Elbenberg jedem Wetter. Der Lehrer für Französisch und Geschichte legt seinen täglichen, 28 Kilometer langen Weg zur Arbeit an der Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule mit Vorliebe mit dem Fahrrad zurück.

Eiseskälte im Winter oder brüllende Hitze im Sommer haben für ihn längst ihren Schrecken verloren: „Ich nehme das Wetter, wie es ist. Mit meiner Ausrüstung bin ich ohnehin auf alle Gegebenheiten vorbereitet.“ Nur wenn es in Strömen regne, greife er in Ausnahmefällen auf sein Auto zurück.

„Beim Radeln kann ich meinen ureigenen Bewegungsdrang ausleben, mich abhärten und meine Gesundheit verbessern.“

Für Stolle ist sein Fahrrad keine Freizeitbeschäftigung, sondern primär ein Transportmittel – und Lebenselixier: „Beim Radeln kann ich meinen ureigenen Bewegungsdrang ausleben, mich abhärten und meine Gesundheit verbessern.“ Von Husten, Schnupfen und Co. werde er nur noch selten geplagt. Auch habe für ihn als gebürtigen Niedersachsen die nordhessische Landschaft nach all den Jahren nie ihren Reiz verloren: „In die Hügel- und Auelandschaft bin ich regelrecht verliebt.“

Doch nicht nur für ihn selbst, sondern auch für die Umwelt sei das Fahrradfahren ein Segen. „Hier möchte ich auch für meine Schüler ein Vorbild sein“, sagt der engagierte Pädagoge. „Die Bewegung an der frischen Luft macht den Kopf frei und die Jugendlichen sind motiviert und aufnahmebereit.“

An der Wilhelm-Filchner-Schule leistete Matthias Stolle mit einem Fahrradworkshop im Rahmen eines vom Landkreis organisierten Umwelttages Aufklärungsarbeit – mit Erfolg, denn zwei Abiturienten aus Burghasungen und Istha eifern ihm bereits nach.

Eigene Erfindung

Hin und wieder gebe es allerdings auch negative Erlebnisse auf den Straßen des Wolfhager Landes. „Das Verhältnis von Autofahrern und uns Bikern ist sehr speziell“, sagt Stolle. Zwar sei die Mehrheit der Autofahrer sehr umsichtig, aber hin und wieder gebe es Fahrer, die den vorgeschriebenen Überholabstand von 40 Zentimetern nicht einhielten. „Als Selbstschutzmaßnahme habe ich daher einen Abstandshalter entwickelt, den ich auf den Lenker aufstecken und bei Bedarf ausziehen kann“, sagt Stolle. In all den Jahren sei ihm so noch nie etwas Ernstes zugestoßen.

Nur zu einer ganz bestimmten Zeit im Jahr ist das Fahrrad für Matthias Stolle tabu: „Für die gemeinsamen Urlaube mit meiner Frau lasse ich das Fahrrad gerne auch mal in der Garage stehen. Da bin ich ganz Gentleman.“

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare