Sie räumt die Fulda auf: Flößerin Heidi Dannecker sammelte Plastikmüll aus dem Fluss

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Aufgebrochen: Diese Metallbox mit dem Benzintank haben Vandalen unter anderem geknackt.

Melsungen. Heidi Dannecker hat die Fulda aufgeräumt. Die Flößerin der Fuldanixe sammelte mehrere Kilogramm Plastikmüll aus dem Fluss zwischen Morschen und Melsungen. Von 9.30 bis 14 Uhr war sie mit Helmut Nypshagen vom Floß-Team auf der 18 Kilometer langen Strecke unterwegs.

„Das Plastik landet über die Weser direkt im Meer“, kritisiert Dannecker. Vielen Menschen sei gar nicht bewusst, dass sie direkt zur Verschmutzung der Meere beitragen, wenn sie Müll in einen Fluss werfen.

Keiner zuständig

Sie habe versucht, jemanden zu finden, der für die Säuberung der Fulda zuständig sei. Vergebens. Das Wasser- und Schifffahrtsamt räume zum Beispiel nur Bäume weg, die das Wehr blockieren. Für den Müll sei offenbar niemand zuständig. „Also räumen wir ihn selbst weg“, sagt Heidi Dannecker. Dankenswerter Weise habe die Stadt Melsungen Unterstützung zugesagt. Ein Mitarbeiter des Bauhofs half am Dienstag mit, den Unrat zu entsorgen. Das Müllsammeln hätten sie ehrenamtlich gemacht und würden auch künftig helfen wollen, sagt Dannecker. Allerdings seien sie dieses Mal an ihre Grenzen gestoßen. Teilweise war der Müll zu schwer, bereits mit der Ufervegetation verwachsen oder nicht zu erreichen.

„Die Fulda ist Naturschutzgebiet. Und ich fühle mich für sie mitverantwortlich“, sagt die Flößerin. Schließlich schippere sie regelmäßig auf ihr herum. „Es ist traurig zu sehen, wie verdreckt dieser schöne Fluss teilweise ist.“

Für die Landtiere und Fische sei der Müll zudem belastend. Sie verfingen sich darin und würden das ungesunde Plastik fressen. Dannecker regt daher an, regelmäßig die Fulda zu säubern. Irgend jemand müsse sich ja zuständig fühlen. Es gehe ihr außerdem darum, auf die vielfältigen Aufgaben und Arbeiten der Flößer aufmerksam zu machen.

Ärgerlich sei, dass dieser Tage auf der Fuldanixe 1 bei Morschen an der Anlegestelle unbekannte Täter mehrere Boxen aufgebrochen hätten. „Dabei gibt es doch bei uns nichts zu holen“, sagt sie. (ddd)

Quelle: HNA

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