Rainer Langhans war zu Gast an Theodor-Heuss-Schule

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Homberg. Altkommunarde Rainer Langhans sprach im Geschichtskurs des Abiturjahrgangs der THS in Homberg über sein Leben. Er kennt Homberg gut, dort verbrachte er seinen Militärdienst.

Rainer Langhans ist das Symbol der 68er: er lebte in der legendären Kommune 1 und liebte Uschi Obermaier. Jetzt war er zu Gast im Geschichtsunterricht des Abiturjahrgangs der Homberger Theodor Heuss Schule.

Eingeladen hatte Geschichtslehrerin Christina Wagner den Altkommunarde Rainer Langhans. Nach einem kurzen Film über sein Leben beantwortete dieser Fragen der Schüler. So berichtete er zunächst über sein Leben und seine Sozialisation in Ost- und später in Westdeutschland.

Seinen Militärdienst leistete Langhans übrigens in Homberg ab, daher kenne er den Ort von früher.

Mit Kommilitonen habe der ehemalige Psychologiestudent und SDS-Vorstand 1967 im Berliner Bezirk Friedenau die Kommune 1 gegründet, berichtete er den Schülern. Das Thema Liebe und Leben in der Kommune interessierte die Schüler besonders. Seit Uschi Obermeier habe er keine große Liebe mehr gehabt, diese habe jedoch zu sehr geklammert und er habe keine Besitzliebe gewollt, berichtete Langhans.

Auf die Frage, ob er selbst Kinder habe, antwortete er, dass er keine physischen Kinder habe, er jedoch zu den Kindern seiner vier Haremsfrauen enge Beziehungen pflege. Das Leben in der Kommune sei lange falsch verstanden worden, da sie dort nicht ständig Sex gehabt hätten, erzählte Langhans. Die Abgrenzung zu den faschistischen Eltern und der konservativen Adenauerzeit sei ihnen sehr wichtig gewesen, betonte er. Interessiert waren die Schüler an den Erfahrungen, die er im Dschungelcamp des Fernsehsenders RTL sammelte. Dabei machte er 2011 mit. Zunächst sei er kritisch gewesen, da er im Camp keine Tiere essen und töten wollte. Doch die Möglichkeit einer neuen Kommune-Situation habe den 74-Jährigen gereizt. RTL habe jedoch nicht gezeigt, was die Gruppe tatsächlich erlebt habe. Anschließend habe er sein Honorar der Piratenpartei und Wikileaks gespendet.

Wichtig sei ihm das Weiterleben des Kommune-Gedankens im Internet (Community) gewesen. Begeistert sprach er davon, dass es bei Facebook über eine Milliarde Freunde gäbe, das habe es bisher nie gegeben, und dass die körperlose Kommunikation dort viel stärker sei als in der Realität. Auf die Frage, ob er momentan glücklich sei, antwortete er, dass er schon als Kind immer unglücklich gewesen war. Heute allerdings sei er glücklicher denn je und er wisse, dass noch viel Glück kommen werde. Langhans sagte, dass er eine kleine Rente aus seiner Militärzeit beziehe und mit seinem Harem in München wohne. (may)

Quelle: HNA

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