Post fand Struwwelpeter-Sammler Udo Kürschner ohne Wohnort

Rarität auf Slowakisch

Melgershausen. An „Dear Mr. Udo Frank Kürschner“ war der dicke Umschlag aus Prag adressiert. Die Straße stimmte, doch Land und Wohnort fehlten. Dennoch haben Umschlag und Inhalt, ein Struwwelpeter-Buch auf Slowakisch, den Sammler erreicht.

Wie die Post die vollständige Adresse ermittelt hat, ist Kürschner unerklärlich. Umso mehr freut er sich über das jüngste Exemplar, das seine Sammlung bereichert.

Vor über 30 Jahren begann Kürschners Sammelleidenschaft für die Geschichten um den eigensinnigen Burschen, der sich Haare und Nägel nicht schneiden lassen wollte. Über 300 Exemplare besitzt er mittlerweile, vom Deutschen übersetzt in viele Sprachen und sogar so etwas Exotisches wie ein englisches Katzen-Struwwelpeter-Buch.

Gerne hätte er eins der weltweit nur noch sechs vorhandenen Bücher der Erstausgabe von 1845.

Dagegen ist seine jüngste Errungenschaft ein Teenager: Stratapy Peter ist 1925 erschienen. „Es gibt aber nachweislich nur drei Exemplare, und eins habe ich“, freut sich Kürschner. Die beiden anderen befinden sich in der Uni-Bibliothek Bratislawa und bei einem Sammler in der Schweiz.

Ein weiterer Grund zur Freude: Das Buch, das er im Internet eines Antiquariats in Prag entdeckt hat, ist seiner Ansicht nach weitaus mehr wert als die 20 Euro, die er bezahlt hat.

Und Grund Nummer drei: Trotz der unvollständigen Adresse war der Umschlag nach sechs Tagen in Melgershausen. Kürschner: „Da muss man die Post auch mal loben.“ (bmn) Artikel unten

Quelle: HNA

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