Hunderte Besucher beim Lokschuppenfest der Eisenbahnfreunde am Sonntag in Treysa

Raritäten unter Volldampf

Imposant: Die Rekolokomotiven der Baureihe 52 wurden ab 1960 bei der Deutschen Reichsbahn in der DDR gebaut. Die Besucher des Lokschuppenfestes nutzten die Gelegenheit, um sich über das alte Schätzchen zu informieren. Fotos: Rose

Treysa. Acht bis zwölf Stunden im Voraus muss Heizer Marc Nemeti sein altes Schätzchen, eine 52er-Dampflok, anheizen, damit im Kessel Temperaturen um die 160 Grad erreicht werden.

Der ganze Stolz der Treysaer Eisenbahnfreunde stand am Sonntag im Mittelpunkt des Lokschuppenfestes. Viele Besucher schauten den Raritäten unter die Haube und die Räder, spazierten auf den Schienen entlang und ließen sich Eisenbahnerlatein um die Nase wehen.

Lokschuppenfest in Treysa

Der Erlös des Festes soll der Lok zugute kommen. Denn die ist in die Jahre gekommen und muss dringend überholt werden. „Die Fahrgestellfrist ist abgelaufen, und die Restaurierung kostet nicht nur viel Arbeit, sondern auch viel Geld – mindestens 150 000 Euro“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Hahn. Doch nicht nur die alte Lady stand mächtig unter Dampf und wurde bestaunt und fotografiert. Stolz können die Eisenbahnfreunde auf eine weitere Rarität sein: ein Triebfahrzeug der Deutschen Reichsbahn. „Vor kurzem bestätigte uns ein Eisenbahner aus dem Vogtland, dass es von denen keine mehr gibt. Alle anderen wurden nach Kuba verschifft, wo sie heute noch fahren“, erläuterte Hahn. Die Bahn, „die wie ein Nähmaschinchen schnurrt“, pendelte gestern kostenlos zwischen dem Treysaer Bahnhof und dem Festgelände.

Großer Andrang herrschte auch an einem der alten Kessel: In dem hockten Janosch Nemeti und Julian Hampel und grillten Würstchen. Und die gingen weg wie warme Semmeln. Derweil erklärte Tobias Dietz, mit welchem Tempo die alte Lady auf große Fahrt geht: „In der Spitze schafft die Dampflok um die 80 Stundenkilometer.“

Die technischen Details interessierten den vierjährigen Tim-Louis Fuchs eher weniger. Er genoss es, stolz aus dem Fenster der Dampflok zu schauen und dem Papa von oben herunter zu winken. Eine Runde über das Festgelände drehte auch Familie Wallon mit Sohn Felix. Nach einer Mittagspause im Waggon ging es für die Drei auf Erkundungstour in den alten Lokschuppen. Auf dem Gelände präsentierten sich jedoch nicht nur die Eisenbahnfreunde. Auch die Ortsgruppe des Technischen Hilfswerks gab Einblicke in ihre Aufgaben. Bei viel Sonnenschein strömten hunderte Besucher über das Festgelände.

Quelle: HNA

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