Joachim Krämer hat eine Firma im Bereich erneuerbare Energien gegründet

Ein rasanter Neustart

Beim Einrichten einer Bandwickelmaschine: Krämer-Mitarbeiter Stefan Dörrbecker und Gerhard Kurth. Foto:  zhf

Oberelsungen. Ein Ende ist immer verbunden mit einem Neuanfang. Eine zündende Idee, Selbstvertrauen und Mut bedarf es für einen rasanten Start in die Zukunft. Rasant darf man Joachim Krämers Neustart nennen. Er hat Mut bewiesen, als sein ehemaliger Arbeitgeber Tyssen Krupp 2010 die Fertigung des Transrapids in Kassel aufgab. Eine Versetzung ins Ruhrgebiet kam für den Familienvater nicht in Frage, lieber wurde er sein eigener Chef. Kurzerhand machte sich der 47-Jährige selbst zum Hersteller für Elektromagnete und Sensoren, den er im Auftrag des Bahntechnik-Konzerns suchen sollte. Der Maschinenbautechniker war 20 Jahre bei Tyssen Krupp, zuletzt als Fertigungsleiter für Magnetmodule.

Seit September 2010 sitzt er im Chefsessel seiner eigenen Firma Krämer Energietechnik GmbH in Oberelsungen, in die er fünf ehemalige Kollegen mitgenommen hat. Der Auftrag seines alten Arbeitgebers läuft bereits seit Januar.

Wo früher Wohnmobil und Traktor in einer Scheune standen, ist jetzt der moderne Unternehmenssitz. Unten die Produktionshallen, oben die Kommandozentrale. Dort verbringt Krämer bis zu 14 Stunden pro Tag, beim Auftrag für Tyssen Krupp soll es schließlich nicht bleiben. Er hat bei einem Existenzgründerseminar der Industrie- und Handelskammer gelernt, was zum erfolgreichen Marketing gehört: ein Alleinstellungsmerkmal.

„Die Idee war schnell geboren“, sagt er. Mit seiner Idee hat er am Existenzgründerwettbewerb von promotion Nordhessen teilgenommen und den dritten Platz belegt. Das sieht er als Bestätigung dafür, mit der Gewinnung bislang ungenutzter regenerativer Energien auf dem richtigen Weg zu sein. Krämer hat einen Abwassergenerator entwickelt. Im Abwasserkanalnetz soll dieser umweltfreundliche Energie erzeugen.

„Wir produzieren gerade einen Prototypen“, sagt er. Es könne nicht viel schief gehen, außer dass die Turbine verstopft. Ist der Versuch erfolgreich, könnte sich die Sache als die Idee seines Lebens erweisen. Erster Nutznießer wird die Stadt Zierenberg sein, in deren Abwassersystem der Prototyp noch in diesem Jahr getestet werden soll. Bestätigen sich die Zahlen, geht Krämers Plan vielleicht auf, in zehn Jahren in die europaweite Vermarktung einzusteigen und endlich wieder mehr Zeit für seine Familie zu haben. (zhf)

Quelle: HNA

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