Hugenotten-Speisekarte und mehr: Hotel wird „Hugenotten- und Waldenserherberge“

Wer rastet, der kostet

Ein Stück Geschichte: Kuhaupt hat eine französische Bibel aus dem Jahr 1744 geerbt.

Leckringhausen. Ein Schnitzel mit Camembert ist vielleicht die deftigste Art, sich den Hugenotten zu nähern. Die Vermarktung des Kulturwanderweges „Hugenotten- und Waldenserpfad“ im Leckringhäuser Landhotel Mulot schreitet voran – nicht nur auf der Speisekarte. Das Hotel ist der erste Betrieb im Landkreis Kassel, der das Prädikat „Hugenotten- und Waldenserherberge“ erhält.

Inhaber Marko Kuhaupt ist zuversichtlich, was die Zukunft des 1800 Kilometer langen Kulturwanderwegs angeht. „Wenn das hier erst einmal läuft, wird der Wanderweg auch mehr Leute anlocken.“ Kuhaupt bietet in seiner Gaststätte ab sofort Gerichte an, die auf seine hugenottischen Vorfahren zurückgehen. „Es sind einfache Gerichte, da wird auch viel mit Wein gekocht.“ Das Rumpsteak lässt er aus Frankreich einliefern. Auf dem Hotelflur versprüht der Duft von Lavendel südfranzösisches Flair. „Wir haben auch ein Hugenottenzimmer eingerichtet, wo die Wanderer Informationen zur Geschichte der Hugenotten finden“, erklärt Kuhaupt.

Mit der Auszeichnung „Hugenotten- und Waldenserpfad“ würdigt der Hugenotten- und Waldenserverein das Engagement, mit dem Kuhaupt das Erbe seiner Vorfahren in Szene setzt. Das Prädikat ist ein zusätzliches Label für Gastgeber, die bereits mit dem Gütesiegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnet sind.

Ende des 17. Jahrhunderts kam der französische Glaubensflüchtling Jean Mulot nach Nordhessen. Kuhaupt ist sein Nachfahre. „Meine Oma war die letzte Mulot und hat dann einen Kuhaupt geheiratet“, erklärt der gebürtige Wolfhager.

Das Landgasthaus wurde vor sechs Generationen gegründet. Vor zehn Jahren machte Kuhaupt aus der früheren „Gaststätte Mulot“ das gleichnamige Landhotel.

„Wir haben oft Gäste aus anderen Hugenottenorten, aus Mariendorf oder Bad Karlshafen“, sagt Kuhaupt. Durch den Werbeeffekt, so hofft er, machen bald auch Wanderer aus ferneren Gegenden im Landhotel Rast.

„Ich vergleiche den Hugenotten- und Waldenserpfad gern mit dem Jakobsweg – bloß finden die Wanderer hier keine Besinnung, sondern Information.“

Von Claudia Hempel

Quelle: HNA

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