Ausstellungsmacher auf der Suche nach Informationen aus der Bevölkerung

+
Dinge, die Geschichten erzählen: Ernst Klein (Zweiter von rechts) zeigt einen alten Kleiderbürgel sowie einen Schuhlöffel – ehemals jüdischer Besitz.

Wolfhagen. Von jüdischen Familien aus der Region erzählt die Ausstellung „Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945“, die Anfang Januar nach Wolfhagen kommt.

Dabei geht es um regionale Geschichten und um Familien, zum Beispiel die Krons aus Wolfhagen, die zunächst systemtisch diskriminiert und in der Folge ausgeplündert wurden – ganz legal.

„Die Ausstellung beschreibt, wie der Prozess begann bis hin zum Eingriff in das Vermögen und die anschließende Konfiszierung“, beschreibt Projektleiterin Dr. Bettina Leder-Hindemith, Event-Managerin beim Hessischen Rundfunk, die die Ausstellung gemeinsam mit dem Fritz Bauer Institut und Historikern aus der Region auf die Beine gestellt hat.

„All diese Dinge haben sich nicht hinter verschlossen Türen ereignet, sondern in der Öffentlichkeit“, fährt Projektleiterin Leder-Hindemith fort. Daher beschäftigt sich die Ausstellung auch mit der Frage, was die Bevölkerung tatsächlich davon gewusst hat. Um Antworten zu bekommen, haben sich die Ausstellungsmacher die Orte angesehen und mit Menschen, vornehmlich Zeitzeugen, gesprochen.

Nun sind sie auf der Suche nach weiteren Zeitzeugen, die etwas zu berichten wissen und möglicherweise Gegenstände überliefert bekamen, die jüdische Familien vor der Auswanderung oder Deportation ihren Nachbarn zur Aufbewahrung übergeben haben. Dabei kann es sich um Briefe, Fotografien oder andere Zeugnisse handeln, die von jüdischen Mitbürgern erzählen.

„Alle Informationen werden sehr vertraulich behandelt“, versichert Ernst Klein aus Volkmarsen, Vorsitzender des Vereins Arbeitskreis Rückblende - Gegen das Vergessen. Er unterstützt die Arbeiten zur Forschung in diesem Bereich maßgeblich, wie auch Wolfgang Schiffner und Bernd Klinkhardt vom Wolfhager Museumsverein.

Die Ausstellung, die in der Zeit vom 17. Januar bis 7. April 2013 im Wolfhager Regionalmuseum zu sehen sein wird, beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Ausplünderung jüdischer Familien, die in Wolfhagen, Zierenberg, Naumburg, Volkmarsen, Breuna, Riede, Niedenstein, Gudensberg und Schauenburg gelebt haben.

Kontakt: Ernst Klein, 05693/9914990, Email: ErnstWKlein@web.de oder Bernd Klinkhardt vom Wolfhager Regionalmuseum unter 05692/992431, Email: info@regionalmuseum-wolfhager-land.de

Von Vera Glass

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare