In Wolfhagen gibt es elektrische Zigaretten – nach Debatte um Schäden sind sie zum Ladenhüter geworden

Rauchen ganz ohne Qualm

Gleiche Form und gleiche Größe: Michael Schmidt bietet an seiner Tankstelle in Wolfhagen die Neuentwicklung auf dem Tabakmarkt – elektronische Zigaretten – an. Foto:  Skrzyszowski

Wolfhagen. Sie qualmen und stinken nicht. Sehen aber aus wie herkömmliche Zigaretten. Elektrische Zigaretten sind die Neuentwicklung auf dem Tabakmarkt. Sie simulieren das Rauchen, ohne dabei Tabak zu verbrennen. Bei manchen Produkten bringt eine Leuchtdiode die Zigarettenspitze sogar zum Glimmen.

Auch in Wolfhagen gibt es die neuen Glimmstängel zu kaufen, die elektronischen Zigaretten sollen der Tabakentwöhnung dienen. Nach den kontroversen Diskussionen über die gesundheitlichen Auswirkungen elektrischer Zigaretten sind diese in der Fachwerkstadt aber eher ein Ladenhüter.

„Ab und zu wird mal eine gekauft. Aber der Renner ist es nicht.“

Helmut Ramm

Helmut Ramm bietet die Neuerfindung, die meist in China hergestellt wird, seit einem Vierteljahr in seinem kleinen Tabakladen in Wolfhagen an. „Ab und zu wird mal eine gekauft. Aber der Renner ist es nicht“, sagt Helmut Ramm.

Es gebe zu viele unterschiedliche Systeme. „Die kann ich hier nicht alle anbieten“, sagt der Einzelhändler. Tabak, Vanille, Menthol – Kartuschen zum Nachfüllen der Zigaretten in verschiedenen Geschmacksrichtungen „liegen wie Blei in meiner Ladentheke“, sagt Ramm. Zwischen 30 und 80 Euro kostet sein Starterset. Aber auch Ramm ist skeptisch: „Mich irritiert der Chemiecocktail, der in den Zigaretten enthalten ist. Deshalb ist die elektrische für mich keine Alternative zur herkömmlichen Zigarette.

Kleine, bunte Schachteln mit E-Zigaretten liegen auch in den Regalen der Wolfhager bft-Tankstelle von Michael Schmidt. „Anfangs haben wir sie gut verkauft“, erklärt Schmidt. Dann habe er die rauchlosen Zigaretten für eine Weile aus dem Sortiment genommen. „Es wurde zeitweise darüber diskutiert, ob die E-Zigarette ein Medizinprodukt ist und ausschließlich von Apotheken vertrieben werden darf“, erklärt er. Nun habe er sie wieder bestellt. Gekauft würde sie aber seltener. „Vielleicht auch, weil viele die Produkte übers Internet bestellen“, vermutet Schmidt.

Selbst an einer E-Zigarette gezogen hat er als Nichtraucher nicht. „Aber gesund ist das sicher nicht.“ Und er weiß von seinen Kunden: „Viele haben das Rauchen der E-Zigaretten ausprobiert und es dann nach den Unstimmigkeiten über gesundheitliche Auswirkungen aber wieder gelassen.“ So ging es auch HNA-Redakteurin Vera Glass. Drei Wochen hat sie die E-Zigarette täglich geraucht. „Ich hatte trotzdem das Bedürfnis, eine richtige Zigarette zu rauchen und immer wieder einen Hustenreiz“, sagt sie. Die kritischen Medienberichte hätten auch sie stark verunsichert. „Wenn ich nicht weiß, wie viele Schadstoffe eine solche Zigarette abgibt, kann ich auch normale Zigaretten rauchen“, dachte sie sich und ist wieder auf herkömmliche Filterzigaretten umgestiegen.

Von Nina Skrzyszowski

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare