Nach dem Umbau des Hauses St. Josef soll die gerettete Hauskapelle in neuem Glanz erstrahlen

Im Raum der Stille stört der Staub

Streicheleinheiten: Mit einem Besen beseitigt Ernst-Willi Kamp vorsichtig die Spinnweben am Kopf der hohen Statue des Heiligen Josef, der neben dem Altar der Kapelle steht. Foto:  Norbert Müller

Naumburg. Dem Heiligen Josef haben Spinnen einen filigranen Kranz um die Locken gewoben, Ernst-Willi Kamp fischt das Netz vorsichtig mit einem Besen ab. Der Mann vom Naumburger Bürgerverein ist einer der wenigen, der Zugang zur kleinen Kapelle im Naumburger Schwesternhaus hat.

Staub hat sich auf Altar und die über allem thronende Christusfigur gelegt, das Licht der Wintersonne bricht sich an diesem Tag müde in den farbigen, gut 100 Jahre alten Glasfenstern. Wann immer Kamp im Raum der Stille nach dem rechten sieht, juckt es ihn in den Fingern: Dann möchte er den Raum unter der stuckbesetzten Kuppel renovieren, ihn wieder auf Vordermann bringen.

Geduld ist angesagt

Aber noch heißt es, sich in Geduld üben. Im Haus, das inzwischen der Fuldaer Caritas gehört, wird noch gebaut. Vom einstigen Zuschnitt der Geschosse aus den Jahrem 1912/13, als das Haus St. Josef, so der offizielle Name, als Domizil für die Nonnen des Vinzentinerinnen-Ordens erbaut wurde, ist bis auf die Kapelle nicht mehr viel geblieben. Wände wurden herausgerissen, neue gesetzt, Leitungen für Strom und Wasser verlegt. Auf drei Etagen sind neun seniorengerechte Wohnungen entstanden. Der Staub zog bis in den letzten Winkel - auch der verschlossenen Kapelle.

An ihrer Stelle hätte ein kleines Appartment entstehen sollen. Engagierte Naumburger wussten das mit Unterstützung der Denkmalpflege zu verhindern. Die Caritas hat sich ohne Groll gefügt. Man verstehe sich gut, sagt Ernst-Willi Kamp zum Umgang seines Katholischen Bürgervereins, der die Patenschaft für den neobarocken Gebetsraum übernommen hat, mit den Fuldaern.

Kürzlich hat eine Mitarbeiterin des Landesamtes für Denkmalpflege an verschiedenen Stellen der Kapellenwände die Farbschichten untersucht. Wenn deren Analyse vorliegt und die vom Bauherrn beauftragte Reinigungsfirma ihre Arbeit getan hat, dann kann Kamp mit seinen Unterstützern endlich ans Werk gehen und das „Kleinod der Volkskunst und Volksfrömmigkeit“, wie es von der Denkmalpflege charakterisiert wurde, zum Glänzen bringen. In dem Raum, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, sollen dann Andachten und kleinere kulturelle Veranstaltungen stattfinden. HINTERGRUND

Lebendiger Adventskalender

Wolfhagen: 17 Uhr, Adventslieder mit dert Liedertafel Nothfelden, Treppe vor dem Alten Rathaus.

Bründersen: 17.30 Uhr, Basteln, Treffpunkt vor der Kirche.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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