Branche wächst rasant

Raumausstatter wünschen sich Meister-Pflicht zurück

Schwalm-Eder. Um einen Raumausstatter-Betrieb zu gründen, ist heutzutage keine Meisterqualifikation mehr erforderlich. Nichtmal ein Gesellenbrief ist nötig. Die Branche wächst rasant. Die etablierten Meisterbetriebe sehen die Gefahr eines Qualitätsverlusts.

Durch die neue Regelung habe sich der Markt veränderte, klagte Christina Schöllhorn (Gensungen). Sie ist die Obermeisterin der Raumausstatter- und Sattler-Innung Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg.

Die Zahl der Neugründung von Betrieben sei nach oben geschnellt. Heute gebe es in Nordhessen mehr Raumaustatterbetriebe denn je, ohne dass sich das Leistungsspektrum erweitert hätte.

Besonders für Ausbildungsbetriebe und Betriebe mit Beschäftigten habe sich diese Entwicklung negativ ausgewirkt. Die Innungsversammlung forderte daher, stärker eine Qualitätsdiskussion zu führen. Die Innung erwarte vom Gesetzgeber eine Festlegung einer Mindestqualifikation zum Schutz der Kunden.

Ausgezeichnet: Ab 1984 war Bernd Reuter (Mitte) in der Raumausstatter-Innung aktiv. Das Foto zeigt von links Vorstandsmitglied Franz Lösbrock (Fritzlar), den stellvertretenden Obermeister Helmut Best (Sachsenhausen), Obermeisterin Christina Schöllhorn sowie die Vorstandsmitglieder Marc Hornig und Sven Stransky.

Gleichzeitig forderte sie ihre Kollegen auf, an der Meisterausbildung nicht zu sparen. "Qualität hat sich immer durchgesetzt, und Raumausstatterbetriebe sind Fachgeschäfte, die sich durch Können, Beratung und Fachleistungen auszeichnen. Der Markt entwickelt sich stärker in Richtung Raum-Design und moderner Innengestaltung.

Im Trend sei zudem das Aufarbeiten alter Polstermöbel und alter Holzfußböden. Sehr umsatzstark, aber auch stark umkämpft sei auch der Bereich der Bodenbeläge.

Quelle: HNA

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