Neues Diakonieprojekt von Kirchengemeinde und Kirchenkreis

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Gemeinsam etwas bewegen: Eva Tuschhoff, Ines Riedel, Dieter Schrader, Marie-Luise Raude und Marcus Drescher (von links) befragten in Armut lebende Menschen, wie sich diese mit in das neue Projekt Treffpunkt „Mach mit“ einbringen wollen.

Wolfhagen. „Wir brauchen Sie, wir brauchen Platz für Ihre Ideen. Mach mit!“ Unter diesem Motto befragten haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter des Diakonischen Werkes, der evangelischen Kirchengemeinde sowie des Kirchenkreises sozial schwache und in Armut lebende Menschen

Angesprochen wurden Menschen, die sich in der Wolfhager Tafel mit Lebensmitteln eindeckten. Denn die kirchlichen Institutionen entwickeln gemeinsam in Wolfhagen ein neues Projekt: den Treffpunkt „Mach mit.“

Die Idee des Projektes sei es, neben vorhandenen Beratungsangeboten und Hilfeleistungen, wie die Tafel und der Kleiderladen, für Menschen mit geringem Einkommen die Möglichkeit zur Teilhabe zu schaffen“, sagt der Diakoniemitarbeiter Marcus Drescher. Es geht um die Teilhabe am sozialen, politischen und kulturellen Leben.

Denn die Zahl der Menschen in Deutschland, die in Armut leben oder von Armut bedroht sind, nimmt stetig zu. Auch in den Gemeinden des Kirchenkreises Wolfhagen steigt ihr Anteil. Allein bei der Tafel sind derzeit 140 Bedarfsgemeinschaften registriert, das sind über 300 Frauen und Männer sowie 80 Kinder. Und in die Warteliste lassen sich ständig weitere Betroffene eintragen. „Bei dem Projekt geht es nicht nur darum, die wirtschaftliche Lebenslage der Bezieher von Sozialleistungen zu verbessern, sondern sie konkret anzusprechen, ihre Kompetenzen wahrzunehmen und sie bei der Planung und Umsetzung der Projektideen von Anfang an zu beteiligen“, sagt Drescher. „Wir wissen zwar, wer in Armut lebt, haben aber niemals gefragt, wie sich die Betroffenen selbst in dem neuen Treffpunkt einbringen können.“

Die Bandbreite des Sich-Einbringes ist weit gespannt: von beruflichen Ressourcen und Qualifikationen, über gemeinsame Begegnungen beim Frühstück oder Nachmittagskaffee, Flohmarkt, PC-Kurse, kleine Näharbeiten, Kochtreffs, Handarbeiten, Basteln, Gymnastik, Bewegung und Spiele, bis hin zu Lese- und Vorlesezirkeln.

Bei der Befragung sollten die Betroffenen sagen, was sie gerne machen, was sie gut können, welche konkreten Projektideen sie verwirklicht sehen wollen sowie vor allem, ob sie bei einem solchen Projekt mitmachen würden.

Marcus Drescher: „Die Resonanz und Mitmachbereitschaft war sehr positiv.“ Deshalb findet am Mittwoch, 25. April, ab 15 Uhr, im evangelischen Gemeindezentrum mit den Betroffenen ein Kaffeenachmittag statt. Es ist die Auftaktveranstaltung für den Treffpunkt. (zih)

Quelle: HNA

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