Käserei will nach schwierigem ersten Jahr die Produktion zügig ausweiten

Raus aus der Talsohle

Blick nach vorn: Der Neukirchener Betrieb der Upländer Bauernmolkerei hat ein schwieriges Jahr hinter sich – ein Blick in die Verpackung. Foto: Rose

Neukirchen. Das Neukirchener Stadtparlament hat in seiner jüngsten Sitzung einem Antrag der Bauernmolkerei auf Senkung der Abwassergebühr zugestimmt. Die Molkerei spart rückwirkend für das vergangene Jahr und für 2012 jeweils rund 50 000 Euro ein, weil ein alter, noch mit dem früheren Besitzer Hochwald abgeschlossener Vertrag aufgehoben wird.

Dieser hätte – nach dem alten Gebührensatz – noch bis einschließlich 2013 Gültigkeit gehabt. Im neuen Vertrag wird nun die Abwassergebühr nach dem neuen Abwassersplitting-Modell berechnet.

Vor allem, weil der Käsemarkt im vergangenen Geschäftsjahr schwierig war, hatte das Milchwerk eine günstigere Abwasserberechnung beantragt.

Weil die Bauernmolkerei mit der Pacht des früheren Hochwald-Betriebes auch die Verträge für Kunden und Konditionen des Vorgängers habe übernehmen müssen, konnten Preissteigerungen nicht weitergegeben werden, erklärte Geschäftsführerin Karin Artzt-Steinbrink der HNA.

Milch wurde teurer

Denn im vergangenen Jahr seien hohe Preissteigerungen beim Rohstoff Milch zu verzeichnen gewesen. Auch die Verpackungen seien teurer geworden. Nicht zuletzt sei ein Großkunde abgesprungen, der ab März aber wieder zum Kundenkreis gehören wird, erläuterte Artzt-Steinbrink. „Es war ein wirtschaftlich schwieriges Jahr“, sagte die Geschäftsführerin, „aber die Talsohle ist durchschritten.“ Derzeit entwickle sich der Markt sehr gut. Noch bis zur Jahresmitte soll die Produktion erheblich gesteigert und bis Ende des Jahres wieder ein Zweitschichtbetrieb möglich sein.

Denn nur im Zweischichtbetrieb könne das Milchwerk rentabel arbeiten, daher sei eine Produktionsausweitung zwingend, erklärte die Geschäftsführerin. An einzelnen Tagen soll bereits in den nächsten Wochen in zwei Schichten gearbeitet werden. Größere Mengen sind möglich: Etwa 15 Millionen Liter Milch wurden im vergangenen Jahr verarbeitet, bis zu 60 Mio. Liter können es sein.

Im Markt sieht Artzt-Steinbrink gute Perspektiven für den Neukirchener Molkereibetrieb. Es sei zwar schwierig, mit den Großbetrieben mitzuhalten, aber in Bereichen wie Biokäse und Käse aus gentechnikfreier Milch sieht die Bauernmolkerei Nischenmärkte. Doch um etwa die Biokäse-Produktion auszuweiten und den Markt dafür aufzubauen, brauche es Zeit. Allein ein Probebetrieb für eine neue Sorte brauche mehrere Wochen bis zur ersten Produktionsreife.

Kauf des Werkes

In diesem, spätestens nächsten Jahr soll zudem die Bauernmolkerei, derzeit noch von Hochwald gepachtet, gekauft werden. Und, sagt Karin Artzt-Steinbrink: Wenn die Produktion für Ketten wie Edeka und Rewe, für Großhändler sowie Naturkost- und Bioläden wie gewünscht laufe, könne auch die Zahl der derzeit rund 40 Mitarbeiter steigen: „Dann müssen wir einstellen.“ ARTIKEL UNTEN

Von Jürgen Köcher

Quelle: HNA

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