Weißenthalsmühle: Betreiber planen Eröffnung für Juni – Hilfe von Verein und Stadt

Weißenthalsmühle: Raus aus den Trümmern

Niedenstein. Ein bisschen sehe es aus, wie in einem Kriegsgebiet, sagt Volker Günter. Der Eigentümer des Ausfluglokals Weißenthalsmühle lebt und arbeitet zwischen Trümmern. Eröffnen wolle die Familie im Sommer aber dennoch.

Zwei Brände zerstörten in den vergangenen Wochen mehrere Gebäude. Bereits vor über einem Jahr hatte ein Brand das gesamte Ausflugslokal zerstört, das derzeit wieder aufgebaut wird. Nach bisherigen Ermittlungen handelte es sich bei den jüngsten Fällen um Brandstiftung.

Weißenthalsmühle: Betreiber planen Eröffnung für Juni

Die Polizei habe die jüngst zerstörten Gebäude freigegeben, die Versicherung indes noch nicht, sagt Günter. „Wir dürfen den Bauschutt, den Müll und alles, was hier so rumliegt, nicht wegräumen“, so der Eigentümer weiter. Dabei stehe die Campingsaison vor der Tür. 130 Stellplätze, die überwiegend an Dauercamper vermietet sind, gibt es auf dem fünf Hektar großen Gelände.

Müll noch nicht beseitigen

Viele Spaziergänger wüssten nicht, dass die Familie die Brandstelle noch nicht aufräumen dürften“, sagt Enno Onnen vom Vorstand des Kirchberger Geschichtsvereins. Gemeinsam mit dem Ortsbeirat von Kirchberg und der Stadt Niedenstein wolle man in den kommenden Monaten schauen, ob unbürokratische Hilfe für die betroffene Familie möglich sei.

Geld für den Weiterbau des Haupthauses fehle derzeit, sagt Günter. Die Versicherung habe vorerst die Hand drauf. Ohnehin wurde Geld nur nach Baufortschritt ausgezahlt. Aber ohne eine Zusage der Versicherung werde er keine Arbeiter beschäftigen. Er wisse nun mal nicht, wie er diese bezahlen soll.

„Wir sind aber zuversichtlich bis zur Hauptsaison im Juni das Lokal zu öffnen“, sagt Corinna Schulze, Ehefrau von Volker Günter. Mit der klassischen Eröffnung an Gründonnerstag werde es aber sicher nichts.

Touristisch vermarkten

Trümmerhaufen: von links Alfred Sommer und Enno Onnen vom Geschichtsverein sowie Ortsvorsteher Herbert Kimm vor der Polizeiabsperrung am ehemaligen Toilettenhäuschen. Fotos: Dewert

Der Stadt sei daran gelegen, dass das Ehepaar weitermache, sagt Bürgermeister Werner Lange. Die Weißenthalsmühle sei nicht nur historischer Bestandteil der Stadt, sondern auch Teil der touristischen Vermarktung. Die Tour de Chattengau führe über das Gelände, der Eco-Pfad ebenfalls und eine weitere Zusammenarbeit sei wünschenswert. Zum Beispiel könne der Spielplatz in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Naturpark Habichtswald zu einem Abenteuerspielplatz ausgebaut werden und ein Radweg nach Bad Emstal sei auch möglich. Dieser Plan war vor einigen Jahren aber verworfen worden, weil er durch ein FFH-Gebiet führe. Die Auflagen seien immens und die Kosten daher unverhältnismäßig hoch.

Videoüberwachung prüfen

Die Perspektive sei eigentlich gut, aber er sei mit seiner Kraft am Ende, sagt Günter. „Schlimmer ist, dass meine Frau Angst hat, hier draußen zu sein“, sagt Volker Günter.

Eine Videoüberwachung sei nur in Kooperation mit der Stadt und den Campern möglich, da einige Wege öffentlich seien und der Stadt gehörten. „Für dieses Problem werden wir sicher gemeinsam eine Lösung finden“, sagt Werner Lange.

Nach dem Feuerleger wird noch gesucht. Bei der Kasseler Staatsanwaltschaft ist ein Verfahren wegen Brandstiftung anhängig. „Wir ermitteln gegen Unbekannt“, sagt Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Chronik: Drei Brände seit 2008

Die gute Nachricht ist, die Weißenthalsmühle eröffnet wieder. Die schlechte, der Brandstifter ist noch nicht gefasst. Drei Brände in zwei Jahren – ein Überblick:

  • Zuletzt brannte es in der Nacht auf Montag, 10. Januar. Das Feuer zerstörte Lagerräume und Sanitäranlagen für die Camper. Schaden: etwa 50 000 Euro.
  •  Das Ferienhaus, in dem die Familie vorübergehend lebt, wurde bei einem Brand am Sonntag, 19. Dezember 2010 zerstört. Schaden: etwa 100 000 Euro.
  • März 2008: Ein Feuer zerstörte Ausflugslokal und Wohnungen. Schaden: 150 000 Euro.

Quelle: HNA

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