Gensunger bekam nach 33 Jahren Kündigung wegen kleinerer Wasserschäden im Haus

Kündigung wegen Wasserschäden: Rausschmiss vom Versicherer

Von Versicherer gekündigt: Dr. Eberhard Rusch

Gensungen. 33 Jahre lang war der Gensunger Zahnarzt Dr. Eberhard Rusch Kunde bei der R+V-Versicherung. Und nun, nachdem er einen kleineren Wasserschaden von etwa 1000 Euro zur Regulierung eingereicht habe, sei ihm die Police vom Versicherer gekündigt worden.

Die kurze Nachricht liegt der HNA vor. Darin macht die Versicherung „nach eingehender Prüfung“ ihr außerordentliches Kündigungsrecht geltend, das beide Seiten nach Eintritt eines Schadensfalles haben. Rusch will das nicht einsehen, spricht von „Willkür“ und „hinterhältigem Verhalten“ der Versicherung.

Das sagt der Hauseigentümer: Gleich nach der Schadensmeldung vor einigen Wochen habe ihn ein Vertreter der R+V kontaktiert und gesagt, man müsse sich schnellstens zusammensetzen, um die Police durchzusprechen und zu aktualiseren. Auf seine Nachfrage, so Rusch, sei ihm gesagt worden, am Umfang der Versicherung werde sich nichts ändern.

Ein Termin wurde für den 27. Oktober vereinbart. Doch schon mit Datum vom 14. Oktober flatterte dem Gensunger das besagte Kündigungsschreiben ins Haus.

„Die R+V hat den kleinen Wasserschaden zum Anlass genommen, um endlich von diesem alten Vertrag wegzukommen“, schimpft Rusch. Dabei habe er drei Jahrzehnte lang brav eingezahlt – inklusive aller geforderten Erhöhungen. Vor allem ist der Zahnarzt erzürnt über die Vorgehensweise des Versicherungsvertreters, die Rusch als unehrlich bezeichnet.

Das sagt die Versicherung: Stefanie Siemon von der Pressestelle der R+V sagte auf HNA-Anfrage, das Kündigungsschreiben sei „ein Fehler gewesen, für den wir uns entschuldigen“. Der Brief sei maschinell erstellt worden.

Auf Nachfrage, wie denn ein Automat entscheiden könne, ob eine Versicherung ein außerordentliches Kündigungsrecht wahrnehme, sagte Siemon: „Das ist in diesem Fall leider schief gelaufen.“

Man wolle den Gensunger gern als Kunden halten. Gleichwohl sei es erforderlich, zu prüfen, ob Dr. Ruschs Police noch geeignet sei, das Schadenrisiko abzudecken.

Nach Angaben der R+V-Sprecherin wurden seit 2007 vier Schäden in einer Gesamthöhe von 5000 Euro gemeldet. „Drei von vier Fälle betrafen Leitungswasserprobleme“, berichtete Siemon: „In diesem Fall erkennen wir eine Schadenshäufung, die höchstwahrscheinlich mit einem bestimmten baulichen Zustand einhergeht.“

Die R+V müsse davon ausgehen, „dass es da einmal zu größeren Problemen kommen kann“. In solchen Fällen setze man sich üblicherweise mit dem Versicherungsnehmer zusammen und biete beispielsweise an, einen Selbstbehalt zu vereinbaren. Möglich sei auch, dieses Schadensrisiko ganz herauszunehmen und im Gegenzug eine niedrigere Prämie zu vereinbaren.

Der Sinn einer solchen Police sei es, Vorsorge zu treffen, „dass man bei größeren Schäden nicht vor dem Nichts steht“, stellte die R+V-Sprecherin klar: „Mit seinen Beiträgen kauft man praktisch Sicherheit.“ Von daher gehe die weit verbreitete Ansicht fehl, dass man für seine ganzen Beitragszahlungen auch mal etwas herausbekommen sollte.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare