Fristlose Kündigung der Sozialpsychiatrie-Leiterin Annemarie Fießler in Fritzlar sorgt für Unmut

Rauswurf vor Weihnachten

Fritzlar. Die Kündigung kam kurz vor dem Weihnachtsgottesdienst der Hephata-Sozialpsychiatrie und der Kindertagesstätte Kinderarche in Fritzlar. Der langjährigen Leiterin der Sozialpsychiatrie Annemarie Fießler wurde fristlos gekündigt.

Dem Unmut vieler Menschen darüber gab Kindergartenleiterin Dorothee Schäfer in einer Fürbitte für Fießler eine Stimme, die von den Besuchern mit Applaus quittiert wurde.

Auch andere Fritzlarer setzen sich für die langjährige Leiterin ein und haben einen Brief an Hephata-Vorstandssprecherin Barbara Eschen formuliert. Unterschrieben wurde er von der ehemaligen Ersten Stadträtin Friedgard Trosse, Dr. Ulrich Skubella, Barbara List, Erich Gerhold sowie Renate und Pfarrer Dr. Ulrich Bock.

Pfarrer Bock lobt Fießler für ihre Arbeit. Sie habe die Bewohner der Einrichtung „vom Rand der Stadt in die Mitte gerückt“, sagte er. Er erinnerte an den jährlichen gemeinsamen Weihnachtsgottesdienst mit der Kinderarche, an eine Fotoausstellung und andere Aktionen. Bock sagt: „Sie hat eine Menge geleistet.“ Über die Hintergründe der Kündigung gibt es keine offizielle Stellungnahme. Weder Hephata noch die Betroffene wollen sich dazu äußern. Inzwischen sind Anwälte mit der Kündigung befasst.

Gerüchte um die Gründe

Gerüchteweise soll es um Hilfe für einen Mitarbeiter gegangen sein, die Fießler mit Helfern aus der Einrichtung in ihrer Arbeitszeit geleistet haben soll, obwohl das offiziell nicht zu ihrer Arbeit gehörte. Diese Information ist jedoch nicht bestätigt.

Die Stimmung in der Einrichtung sei seit der Kündigung gedrückt, berichtet eine Mitarbeiterin, die namentlich nicht genannt werden möchte und sagt: „Die Weihnachtsfeier war wie eine Beerdigung.“

Sie spricht auch von Lügen, die verbreitet würden, um der ehemaligen Leiterin zu schaden. Die Kündigung sei das Ergebnis einer Intrige. Alle diese Gerüchte lassen sich allerdings nicht belegen. Die Mitarbeiterin sagt über ihre gekündigte Chefin: „Wir lieben sie alle.“

Hephata-Direktorin Barbara Eschen sagte auf HNA-Anfrage, sie könne sich derzeit zu den Gründen der Kündigung nicht äußern, auch aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes. Sie sagt jedoch: „Ich bedauere, dass wir keine andere Möglichkeit gesehen haben, als uns von Frau Fießler zu trennen.“

Hephata gesprächsbereit

Beide Seiten hätten nun Rechtsanwälte beauftragt. Ob eine außergerichtliche Einigung möglich ist, bleibt unklar. „Wir sind immer zu Gesprächen bereit“, sagt Eschen. Eine Lösung müsse aber für alle Beteiligten gut sein. Die Fürbitte im Gottesdienst habe sie als problematisch für die Bewohner der Sozialpsychiatrie empfunden, sagt Eschen. Diese Menschen seien ohnehin häufig emotional instabil, da sorge ein solches Element im Gottesdienst für zusätzliche Verunsicherung.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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